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Der Kongo und die Gründung des Kongostaates.

Arbeit und Forschung

Von

Henry Morton Stanley ( John Rowlands )1841 -1904

Inhalt

Kapitel VI

Der Banana-Point

In der Nähe des Landes. — Aussehen der Küste. — Der majestätische Kongo. — Die Factoreien. — Ein kräftiger, gesunder Lootse. — Banana-Point. — Guter Ankerplatz. — Wirkungen des Lebens in den Tropen. — Rathschläge über Kleidung, Nahrung und allgemeine Lebensweise. — Ein kleines Glas Cognac. — Unvernünftiges Schelten über Afrika. - Beschreibung unserer Boote. — Excentricitäten des „En Avant" — Beschwerden der Europäer. — Unkosten, Gage und Vorrang. — Beschreibung der Factoreien. — Ein Mittagsmahl in der Factorei. - Das jugendliche Alter der Directoren. — Farbige Arbeiter. — Ein rühriges Bild. — Die grossen Vorräthe in den Factoreien. — Ungeheuere Pulvervorräthe und ihre Bestimmung. — Ein einsamer Ort. — Banana-Creek. — Ursprung des Namens „Banana". — Prophezeiung betreffs des Schicksals der Halbinsel.

Als wir mit dem Dampfer noch eine volle Tagereise von unserm Bestimmungsorte entfernt waren, wurde das Wasser des Meeres schon fleckig, das Blau verwandelte sich in ein schmutziges Grün, um einige Stunden später in ein helles Braun überzugehen, während allerlei Tang und Baum-abfälle in den langen, flachen Wogen träge auf- und nieder-stiegen, die unaufhörlich aus Südwesten dem wenige Meilen ostwärts von uns liegenden Continent zuzurollen schienen.

Gegen 9 Uhr vormittags am 14. August 1879 befanden wir uns der Küste nahe genug, um deren Umrisse erkennen zu können. Zu unserer Linken dehnte sich Land aus, das jedoch ungern Ideen von tropischer Ueppigkeit sehr wenig ähnlich sah; nahe der Küstenlinie erhoben sich niedrige röthliche Klippen und hinter diesen stieg das allmählich höher werdende Land auf, das mit Seegras bedeckt und hier und dort mit kleinem oder grössern Baumgruppen bestanden war, welche zweifelsohne die Lage kleiner Dörfer der Eingeborenen bezeichneten. Nirgends waren hervorragende Hügel zu erblicken, doch bemerkten wir, dass das Land sich dem Innern zu allmählich mehr hebt, die Umrisse eine grössere Unregelmässigkeit annehmen und jenes endlich zu einer Hügelkette aufsteigt, welche die Richtung NNO.— SSW. verfolgt und fast überall dieselbe Höhe hat.

Ueber dem Bug des Dampfers war ausserdem ein grosser dreieckiger Complex von Waldland zu sehen, der an der Basis etwa 30 km messen mochte und dessen beide Seiten, wenn mau dieselben mit dem Blicke nach dem Innern zu verfolgte, sich an einem weit entfernten Punkte fast zu vereinigen schienen. Einige Kilometer nördlich davon läuft der schon erwähnte Höhenzug, der eine plötzliche Curve gemacht hat, parallel mit den Seiten des Dreiecks in genau östlicher Richtung, während eine ähnliche Hügelkette aus Süden zu kommen scheint, ebenfalls eine Biegung macht und sich ostwärts fortsetzt, Vor uns liegt das Thal des untern Kongo und in der Mitte desselben und des waldigen Dreiecks fliesst der mächtige Strom, der eine durchschnittliche Breite von 5 km besitzt, sich aber an der Mündung, zwischen Banana-Point im Norden und Shark's-Point im Süden, bis auf 11,2 km verbreitert.

Im Süden zeigt das Land ungefähr dieselben charakteristischen Merkmale wie auf der Nordseite des Kongothales, nur dass die Klippen in der Nähe der Küstenlinie weniger zerrissen sind und eine mehr fuchsrothe Farbe haben.

Mittlerweile ist es fast Mittag geworden, und allmählich erscheint, je näher wir dein Lande kommen, der Kongo wie ein ungeheueres A'entil; ein breiter Streifen des hellen Tageslichts hat die dreieckige Waldmasse in zwei Theile getheilt, und gerade vor uns liegt eine 30 km lange Strecke des majestätischen Flusses mit seinem mächtigen Volumen Wasser und seiner gewaltigen Kraft, die wir an dem langsamen Vorwärtskommen unsers Dampfers fühlen, trotzdem der „Albion" mit vollem Dampf arbeitet, um die Strömung zu bewältigen.

Mit Shark's-Point, einer jetzt zu unserer Rechten liegenden hakenförmigen Halbinsel, welche die Diego-Bai halb umschliesst, dem fernen Point Padrou und dessen zum Gedächtniss des alten portugiesischen Seefahrers errichteten Denkstein, und mit der langen Mauer fast undurchdringlicher hoher Bäume, welche das südliche Ufer dunkel abhebt, haben wir nichts zu thun, denn zur Linken dehnt sich jetzt auf einer vorspringenden Landzunge eine lange Linie niedriger Kongo-Factoreien aus, welche in ihrem Kalkanstrich glänzend weiss erscheinen und fast die ganze Länge der unter dem Namen Banana-Point bekannten sandigen Halbinsel einnehmen. Diese sandige Zunge ist so niedrig, dass die dunkeln Rumpfe der Schiffe auf einer Ebene zu ankern scheinen, die höher liegt, als der mit den Häusern bedeckte Grund. Hoch oben über den Gebäuden und Schiffen wehen an weithin sichtbaren Flaggenmasten die verschiedenen Nationalfarben Hollands, Frankreichs und Grossbritanniens.

Sobald mau querab von der Spitze ist, kommt ein Boot heraus und bringt den Lootsen, dessen Grosse und Gestalt dem Ankommenden Muth einzuflössen geeignet ist. Wie er erzählt, lebt er seit zehn Jahren auf jener niedrigen sandigen Landzunge, um die Schiffe aus dem und in den Hafen von Banaua zu lootsen; jetzt steht er vor uns, ein prächtiges Bild kräftiger und gesunder Männlichkeit, mehr als 6 FUSS hoch und 224 Pfund schwer, in so gut passender und sauberer Kleidung, dass er selbst den Boulevards von Nizza zur Zier gereichen würde. Leute, welche sich am Kongo niederzulassen beabsichtigen, mögen sich dies und ähnliche Thatsachen merken, vielleicht lernen sie bei einigem Nachdenken daraus, wie die Lebensweise in tropischen Klimaten sein soll.

Banana- Point ist etwa 4 km lang und dehnt sich von der Nähe der Mündung des Mputu-Creek bis zu dessen äusserstem südlichen Ende aus, in der Breite von etwa 1 1/2 km an der Basis bis zu einer gegen 40 m weiten Spitze allmählich sich verengernd. Die Landzunge schliesst einen Hafen ein, in welchen Schiffe, die nicht über 21 FUSS tief gehen, leicht einlaufen können; derselbe ist zwischen 3/4 und 17/8 km breit, hat eine Wasserfläche von 1800 Hectar mit gutem Ankergrunde und ist für die Boote, Schmier und Leichter der verschiedenen Factoreien auf der Landspitze leicht zugänglich. Zu Schiffahrtszwecken würde der Hafen sich noch verbessern lassen, und der Bau von Hafendämmen, die den Fahrzeugen genügenden Kaum zum Laden und Löschen geben würden, au dem 3 km langen Ufer ist nur eine Kostenfrage. Auch die Inseln, zwischen denen der Banana- und der Pirate-Creek hindurchfliessen, könnten beim Wachsen des Handels verbessert und den Zwecken der Schiffahrt nutzbar gemacht werden.

Eine Stunde nachdem Herr Youngblood, unser genialer Lootse, dessen Körperbeschaffenheit und Gesundheitszustand, wie schon erwähnt, seinem Namen entsprechen, an Bord gekommen war, glitt der „Albion" ruhig in den Hafen und ging querab von dem obern Ende der holländisehen Factoreien vor Anker. Als wir uns in dem stillen Kongo-Hafen befanden, begannen wir die Hitze zu fühlen, da die hohen Wälder und Mangrove-Dickichte, welche sieh von Huard-Point bis nach Bula-mbemba-Point ausdehnen, die trockene Landbrise abhielten, und noch einige Zeit verging, bis die kühlere Seebrise aus Südwest unsern stark transpirirenden Körper zu fächeln anfing.

Vom Augenblicke der Ankunft an muss der Körper einer veränderten Behandlung unterzogen werden, und wer klug ist, beginnt auch seinen Appetit und sein ganzes Verhalten in entsprechender Weise zu regeln. Der Kopf, welher bisher in dem Luxus stolzer wallender Locken prangte oder dichtes, buschiges Haar trug, muss fast kahl geschoren werden; der Körper muss sich des wind- und regensichern Leinen- und Wollpanzers entkleiden, in welchen man denselben in höhern Breiten einzuschliessen pflegte, und sich, wenn man Wohlbehagen und Vergnügen der Unbehaglichkeit vorzieht, an weiche, leichte und lose Flanelle gewöhnen; die Kopfbedeckung, die man in London und Paris trägt, muss dem Helm und Puggaree oder einer gut ventilirten leichten Mütze mit Schleier Platz machen. Wie der äussere europäische Mensch, die Kleidung mit ihren düstern Farben und ihrer lästigen Dichtigkeit dem anmuthigern und luftigem Flanell der Tropen das Feld zu räumen hat, so muss auch der Appetit trotz einer scheinbar ausserordentlichen Verdauungskraft mit seinem uncontrolirbaren und unersättlichen Verlangen nach animalischer Nahrung und seiner unmässigen Gier nach hitzigen Getränken einer absolut neuen Ordnung gemäss geregelt werden. Der neuangekommene Europäer muss während der Tageszeit jedes berauschende, oder wie manche es zu nennen belieben, erheiternde oder anregende Getränk vermeiden, selbst unter der Maske des allgemein für unschädlich gehaltenen Lagerbiers, milden pilsener Biers, wässerigen Bordeaux, vin ordinaire oder eines ändern „unschuldigen" Weins oder Biers, sonst kann das geringste Uebermaass, die leiseste ungewöhnliche Anstrengung oder ein krampfhafter Fleiss binnen kurzer Zeit zum Tode fuhren. Es ist meine Pflicht, den verderbten Geschmack nicht zu bestärken und nicht zu rücksichtsvoll zu sein, wenn ich denselben auch beleidige. Unsere Verluste an werthvollen Menschenleben, meine Trauer beim Gedanken an die jungen, starken und muthigen Leute, welche durch eigene Unvorsichtigkeit ihren Tod herbeigeführt haben, zwingen mich, dies auszusprechen.

„Ein kleines Glas Cognac? Ein Glas leichtes Bier? was kann das schaden?" fragt der Unerfahrene, sich vertheidigend.

Mir persönlich nichts, — dir bedeuten sie plötzlichen Tod, vielleicht einen Sonnenstich! Ein ungestümes und unvernünftiges Hinausstürmen aus dem kühlen Schatten in die glühende Sonne, ein unkluges Sichblossstellen hat ein mehr oder weniger starkes Gallen- oder rheumatisches Fieber im Gefolge, welches dich für Wochen auf das Krankenlager wirft und dich zur Arbeit untauglich und unbrauchbar macht. Du wurdest durch jenes kleine Glas Cognac angeregt; — hättest du dasselbe nicht getrunken, würdest du vielleicht vorsichtiger in deinen Bewegungen gewesen sein und so viel Klugheit besessen haben, dass du dich nicht unnöthigerweise einem so mächtigen Feinde gegenübergestellt hättest, wie die tropische Sonne für den durch die Dünste des Cognacs noch empfindlicher gemachten Kopf des Weissen ist.

Bessert dein Befinden sich, dann gibst du Afrika die Schuld an deiner Krankheit. Das grausame, das mörderische Afrika! Afrika ist für den Europäer gleichbedeutend mit Tod! Und deine thörichten, nicht weiter nachdenkenden Freunde in Europa sprechen dies wie ein Echo nach — nur weil ein Schwächling wie du dem kleinen Glase Cognac zur Mittagszeit nicht widerstehen konnte. Soll denn dieser ganze Erdtheil die Strafe deiner Schimpfereien leiden?

„Ein Mann kann aber nicht von Thee und Kaffee leben und beständig Suppe und Wasser trinken", jammert einer, der wegen seiner Neigungen Besorgnisse hegt.

Ich verlange auch gar nicht, dass du dich auf Thee oder Kaffee, Suppe oder Wasser, Limonade oder Selterwasser, Apollinaris-Brunnen oder sonstige angenehme Getränke beschränken sollst, mit denen du den quälenden Durst löschen möchtest. Ich rathe dir nur, dass, wenn du dich des Lebens in Afrika freuen und die übernommene Arbeit verrichten willst, du alle Reizmittel — einerlei welchen Namen sie tragen — zur Tageszeit vermeidest; ein massiges Quantum Rothwein, Madeira, weisser Wein oder Champagner abends beim Diner schadet nichts, sondern übt sogar eine wohlthätige Wirkung aus. Dieser Rath gilt nicht dir allein, sondern allen jungen Leuten, welche sich dadurch auszeichnen möchten, dass sie im Stande sind, in Afrika zu leben. Der Tapfere ergibt sich dem Tode nicht ohne Kampf.

Doch genug davon — ich sehe unsere Beamten an Bord kommen, um die vom "Albion" mitgebrachten Neuigkeiten zu erfahren.

Die Angestellten der Expedition, ein Amerikaner, zwei Engländer, fünf Belgier, zwei Dänen und ein Franzose, also eine vollständig internationale Gesellschaft, haben nämlich mittlerweile vernommen, dass der „Albion" mit seiner lebenden Fracht von Sansibar angekommen ist, und stellen sich auf dem Schiffe ein, um uns zu begrüssen.

Der Dampfer „Barga" war nach Landung seiner Passagiere und Entlöschung seiner Ladung nach Europa zurückgekehrt. Die letztere war so gemischt gewesen, wie nur irgend möglich, da die Expedition bekanntlich den Zweck hatte, permanente Niederlassungen zu errichten. In dem geräumigen Bauch des guten Schiffes hatten sich etwa zwanzig Hütten, sowie die „Villa" des Chefs, die auf Jahre hinaus eine weit sichtbare Stelle, den Hügel von Vivi, krönen sollte, und eine ganze Flotille von kleinen Dampfern befunden, welche vollständig unbeschädigt, neu mit grauer Farbe bestriehen, mit den hübschen gestreiften roth cinge-fassten Sonnensegeln jetzt stolz vor ihren Ankern lagen. Die Flotille bestand aus folgenden Schiffen:

Doppelschraubendampfer „La Belgique", 65' lang, 11' breit, 5 1/2' Tiefgang, 16 nominelle Pferdekräfte; 30 Tonnen Tragfähigkeit.
Schraubendampfer „Esperance", 42' lang, 7' breit, 6 nominelle Pferdekräfte.
Raddampfer „En Avant", 43' lang, 7' 11" breit; 11' Tiefgang, 6 nominelle Pferdekräfte.
Schraubendampfer „Royal", ein von White in Cowes aus Mahagoniholz gebautes Boot, 30' lang, 6' breit, mit einer aus Mahagoniholz hergestellten Kajüte, Spiegelscheiben, blauseidenen Vorhängen und reicher Ausstattung, ein Geschenk Sr. Majestät des Königs der Belgier an die Expedition.

Ein Leichter aus Stahl, 60' lang, 7' breit, 4' tief; 12 Tonnen Tragfähigkeit.
Ein Leichter aus Stahl, 40' lang, 6' breit, 9' tief; 6 Tonnen Tragfähigkeit.
Schraubenbarkasse „Jeune Africaino", 24' lang, 5' 10" breit.
Ein hölzernes Walfischboot, 33' lang, 6' breit; 3 1/2 Tonnen Tragfähigkeit.
Der Gesammtpreis der Fahrzeuge bezifferte sich ohne Frachtkosten auf 4725 £ oder 94500 Mark.

Die Boote, dem Strande entlang in einer Reihe liegend, gewährten einen sehr hübschen Anblick. Die „Esperauce" war schon so weit fertig, dass die Maschine in Gang gesetzt werden konnte, die laut puffte, als das Boot zur Probe im Hafen umherfuhr. Bei genauerer Untersuchung der Fahrzeuge entdeckte ich jedoch, dass an den Schiffen noch vieles gethan werden musste, ehe dieselben im Stande sein würden, den mächtigen Strom mit Sicherheit hinaufzufahren. An der „Belgique" musste noch rundherum ein Schutzbalken angebracht werden; die „Esperance" war fast unlenkbar, weil das Ruder zu sehmal war, und hatte zu niedrigen Bord, und der „En Avant" machte sich der seltsamsten Launen schuldig, die sonst nur der dumme Esel besitzen soll, indem das Fahrzeug einen Augenblick unter 10 Atmosphären Druck in wahnsinnigem Laufe dahinstürmte, sodass wir, die ersten Zeichen einer Explosion erwartend, uns über Bord zu springen vorbereiteten, während der Manometer im nächsten Augenblicke wieder fast gar keinen Druck zeigte und die Maschine kaum so viel Kraft besass, um die Schaufelräder in Bewegung zu setzen; auch hatte das Ruder niemals die allergeringste Controle über die Bewegungen des Fahrzeugs. Der arme Maschinist befand sich in einer höchst peinlichen Lage, denn er wurde ebenso sehr auf die Probe gestellt wie sein Dampfer. Wiederholt traten alle Maschinisten der Flotille zu einer Berathung zusammen, um die Ursachen dieses geheimnissvollen Benehmens des viel gescholtenen Bootes zu erörtern, und wenn die Erbauer desselben zngegen gewesen wären, würden sie manche scharf kritisirende Bemerkung gehört haben. Auch dieser Dampfer lag zu niedrig über Wasser, sein Ruder war zu schmal und die hintere Platte des Kessels musste mit Lehm verschmiert werden, damit trotz des beständigen Luftstromes aus den Ablaufröhren überhaupt nur Zug für die Kesselfeuer entstand. Das Boot schien es darauf angelegt zu haben, dass wir keine bessere Meinung von ihm bekommen sollten; der erste Maschinist wurde dadurch fast bis zum Selbstmord getrieben, der zweite fühlte sich gedemüthigt und der dritte verfiel über den vollständigen Miserfolg in tiefe Niedergeschlagenheit. Der vierte Maschinist war ein Italiener Namens Francesco Flamini, ein ruhiger, arbeitsamer Mann; als ihm von den Excentricitäten des Bootes, von den Miserfolgen der ändern Ingenieure, von den verschiedenen Aenderungen und Experimenten erzählt wurde, welche mit der Maschine vorgenommen worden waren, sann er eine Weile nach, spitzte den Mund, runzelte die Stirn und überlegte wieder. Es war interessant, ihn zu betrachten. Schliesslich öffnete er die Thür unter dem Kessel, blickte hinein und sagte, den Kopf hebend: „Ich werde den Dampfer dazu bringen, dass er ebenso schnell läuft, wie die ändern." Um die Sache kurz zu machen: der Mann hielt Wort; er legte nur die Feuerroste höher und sorgte dafür, dass der Kessel regelmässig gespeist wurde. Von da an hat das Boot vorzügliche Dienste geleistet; es fuhr nach Vivi hinauf, trotzte kühn den Stromschnellen oberhalb Manjanga, war der Pionier auf der Fahrt nach dem König Leopold II.-See und das erste, welches die Gewässer der Bijerre durchfurchte und nach den Stanley-Fällen hinauffuhr. Oh, man möchte jetzt ein Epos von dem braven kleinen Fahrzeug schreiben, wenngleich ich die Erbauer keineswegs von dem Tadel ganz freispreche, dass sie dasselbe nach dem Kongo geschickt, ohne vorher eine genügende Prüfung vorgenommen zu haben.

Jetzt habe ich längst die unendlichen Unannehmlichkeiten und Sorgen abgeschüttelt, welche sich allmählich bei mir einstellten, als wir einen Tag nach dem ändern daran arbeiteten, die Boote für den ihrer harrenden schweren Dienst fertig zu stellen. Ich hatte nämlich keinen geeigneten Schiffs-führer, der mir diese Arbeit abnehmen konnte, und die Hülfe eines tüchtigen Zweitcommandirenden halte ich nie gehabt. Ich will deshalb den Leser nicht mit einer widerwärtigen Kritik der Schwächen des Einzelnen langweilen, beabsichtige aber auch nicht, selbst die geringste erwähnenswerthe That meiner Begleiter mit Stillschweigen zu übergehen. Allgemeine Mittheilungen muss der Leser jedoch entschuldigen, weil er sonst den Charakter unsers Werkes nicht verstehen würde. Wollte ich diese, fortlassen, dann könnte man mir den Vorwurf machen, ich hätte ein Interesse daran, nicht alles bekannt werden m lassen, und ein solcher Tadel würde die Glaubwürdigkeit meiner Schilderung beeinträchtigen.

Zunächst klagten meine verschiedenen Assistenten über ihre Contracte und ihren Hang. Fast alle forderten den Ersatz ihrer „Unkosten aller Art", zu denen, wie sie mir begreiflich zu machen suchten, die Auslagen für Wein, Taback, Cigarren, Kleidung, Schuhe, Kost und Logis und gewisse hier nicht zu nennende Extravaganzen gehörten. Der eine erklärte, er würde nicht am Kongo bleiben, wenn diese "Unkosten" ihm nicht reichlich ersetzt würden; ein anderer meinte, wenn er die Maschine einer Dampfbarkasse ohne anderweite Beihülfe führen solle, müsse er hohem Lohn haben, und noch höhern, wenn ich ihn in das Innere zu schicken beabsichtige. Ein dritter — ein Ingenieur — behauptete, er sei als Zweitcommandirender engagirt worden: er, ein Abkömmling von Gott weiss wem, würde nie für einen so jämmerlichen Lohn nach Afrika gereist sein; er sei gekommen, um Ehre, Ruf und Ruhm zu erwerben; er werde an die Zeitungen schreiben u. s. w. Ein anderer Maschinist beklagte sich darüber, dass er nicht den ihm zukommenden Hang habe; da ihm die Maschine des Dampfers von 30 Tonnen anvertraut sei, so stehe er doch sicherlich auf gleicher Stufe mit dem Buchhalter der Expedition. Andererseits hielt der Herr, welcher den Befehl über den kleinsten Dampfer führte, sich wieder für besser als der Matrose, dem das Ruderboot überwiesen war, und glaubte sich zurückgesetzt, weil er die Mahlzeiten an einem Tische mit jenem einnehmen sollte.

Alles dies war natürlich nur eine Folge der grossen Unerfahrenheit und falschen Auffassung der Leute, verschlimmert vielleicht noch durch deren nachtheilige Gewohnheit, beim Mittagsmahle starke Weine zu trinken.

Die beiden dänischen Matrosen, Martin und Albert, waren die einzigen, welche nichts zu klagen hatten und mit ihrem Schicksal zufrieden zu sein schienen.

Indessen beruhigten die aufgeregten Leute sich allmählich, und auf mein Versprechen, dass ich die Sache bei erster Gelegenheit dem Comite vorlegen wolle, wurde die Eintracht bald wiederhergestellt. Die Rangstreitigkeiten waren geradezu absurd. Waren wir nicht sämmtlich Brüder, Kameraden und Theilnehmer an einem grossartigen internationalen Unternehmen, die Avantgarde der Civilisation? „Welchem Manne ist das Gefühl für Ehre, Ruhm, Unsterblichkeit so gänzlich abgestorben?" Die erste Meuterei war gedämpft, und alle begaben sich wieder an die Arbeit.

Schon wiederholt ist die „holländische Firma" erwähnt worden. Im Jahre 1879 war damit die Afrikaansche Handels-Vereeniging in Rotterdam gemeint; in letzter Zeit waren die Herren Pincoffs und Kerdyck die leitenden Directoren.

Der jüngere Herr Kerdyck, ein Bruder des altern Herrn gleichen Namens, war 1869 nach Banana-Point gekommen, \vo er von der französischen Firma Regis & Co. den Grund und einige Gebäude gekauft und auf fester Grundlage das Geschäft gegründet hatte, das rasch zu so grossartigen Verhältnissen sich emporschwang, dass die Gebäude mit den dazugehörenden Höfen, Schuppen u. s. w. ein Areal von 700 Ackern einnahmen, alles reiner Sand und gegen 4 Fuss über Hochwasser gelegen.

Von der Firma werden eine grosse Menge Leute, Weisse und Schwarze, beschäftigt. Die Weissen beobachtet man am besten, wenn sie an zwei laugen Tischen beim Mittagsmahle sitzen; ein Blick auf ihre Züge genügt fast, um einen mit Afrika auszusöhnen. Man bekommt ein gewissermaassen beruhigendes Gefühl, wenn man aufgefordert wird, an dem Mahle sich zu betheiligen, bei welchem der gute Appetit trotz des Ueberflusses, welcher auf der Tafel herrscht, gewöhnlich unter den Speisen so sehr aufräumt, dass bei Beendigung des Essens wenig mehr für die Küche übrigbleibt. Als ich zum ersten mal den Speisesaal betrat und die vielen verschiedenen Schüsseln erblickte, erschien die ganze Anordnung mir gerade wie eine Table d'hote in Port-Said.

Man sieht sehr junge Gesichter an der Tafel, aber nur wenige Veteranen. Die meisten sind schon sehr früh nach den Tropen gekommen, einige im Alter von 16, noch mehr im Altei' von 17 bis 20 Jahren. Der erste Director, Herr A. de Bloeme, der nahe an 80 Handelsfactoreien verwaltet, war, wie man mir erzählte, erst 27 Jahre alt, und doch befand er sich schon 9 Jahre im Dienste der Firma. Der Director der Handelsfactorei in Boma, Herr Antoine Greshoff, war erst 22 Jahre alt und blickte auf 5 Dienstjahre zurück, während Herr Müller, ein anderer sehr junger und fast noch bartloser Mann, bereits seit 7 Jahren das Leben am Kongo durchgemacht hatte. Dagegen war Herr Gray, einer der Veteranen der Küste, schon l6 Jahre „draussen", ohne in der ganzen Zeit Europa wieder einmal besucht zu haben. Trotzdem rivalisirt er mit dem Lootsen Herrn Youngblood als Bild der Gesundheit; auch er liefert den Beweis, dass ein Europäer das Leben in den Tropen aushaken kann.

Um für die grosse Zahl der farbigen Hülfskräfte des Etablissements Wohnungen zu schaffen, bedarf man eines ganzen Dorfes. Die Leute vertreten mit ihren Frauen und Kindern jeden Stamm und District der Küste bis nach Cap Lopez und vieler Theile des weit entfernten Innern von Ngojo, sowie der Länder der Bateke und Basundi. Auch findet man Kruneger, starkknochige, breitbrüstige und muskulöse Arbeiter, in grosser Zahl. Am Strande und an den Landungsplätzen sieht man sie, mit Lendentüchern und umfangreichen Hüten mit breiten vorstehenden Bändern oder den verschiedenartigsten grotesken Mützen bekleidet, unter eintönigem Geschrei die schweren Waaren aufwinden, gekalkte Fässer mit Palmöl rollen, den reichen gelben Saft der Elaeis guineensis auskochen und in Fässer füllen, auf den Kohlenhöfen die Wagen beladen, und Säcke mit Palmenkernen oder Erdnüssen tragen. Unter den langgestreckten Schuppen sind die Bootbauer mit der Herstellung von neuen Leichtern und Ruderbooten beschäftigt, während die Böttcher aus Kabinda die eisernen Reifen mit betäubendem Gehämmer auf die Fässer treiben. Am Strande kommen und gehen die Boote, langen die mit frischem Wasser beladenen Galioten vom südlichen Ufer und andere Fahrzeuge mit allerlei afrikanischen Producten von Ponta da Lenha, Boma oder dem noch höher hinauf liegenden Mussuko an.

In den Ecken der Schuppen oder in Hänfen am Strande, sammeln sieh die eisernen Abtälle vieler Geschäftsjahre dieses grossen, blühenden Etablissements; da bemerkt man alte Anker mit zerbrochenen Händen, alterthümliche Haubitzen und Drehgeschütze, die Gott weiss welche Geschichte haben, grosse Mengen verrosteter Ketten, eiserner Stangen und Reifen, sowie verschiedene sonstige Metallabfalle. Unter einem ändern grossen Schuppen lagern etwa 5000 Tonnen Steinkohlen, da die Firma auch das Monopol der Kohlenlieferung für die Kriegsschiffe, Post- und Ladungsdampfer besitzt.

Um das Innere dieser langgestreckten, aus Planken erbauten Gebäude zu untersuchen, würde man mindestens einen ganzen Tag gebrauchen. Manchester würde Freudenthränen vergiessen, sähe es die Millionen Meter Baumwollstoffe, die dort in Ballen über Ballen von der feinsten bis zur gewöhnlichsten Qualität aufgestapelt liegen; auch bemerkt man ungeheuere Tuchwaarenkisten, in welche die britische Regierung die vor Jahren abgesetzten rothen Waffenröcke

ihrer Armee verpackt zu haben scheint. In einem ändern Lagerraum würden Birmingham und Sheffield ihre Freude an den eisernen Kesseln, Töpfen und Pfannen, den grossen Mengen Messerschmiedewaaren und den Tausenden von Steinschloss- und Percussionsgewehren, sowie an den grossen Vorräthen von Messingglocken haben, während in noch einem ändern Gelass die Fabrikbesitzer von Kochdale beim Anblick der hohen Stapel von rothem und blauem Savelist wünschen würden, dass es noch mein- solche unternehmende Häuser wie die holländische Firma gäbe, welche die Arbeit ihrer geschickten Webstühle kaufen, um sie über das ganze innere Afrika zu verbreiten.

Am äussersten Ende der Halbinsel von Banana liegt das Pulvermagazin, welches anscheinend genügend Pulver enthalt, um für das nächste Jahrhundert die bei den Beerdigungen üblichen Schüsse abgeben zu können, in Wirklichkeit aber, wie mir gesagt wurde, nur gerade so viel Vorrath hat, dass mau bis zur Ankunft des binnen kurzem erwarteten Dampfers ausreicht. Im ersten Augenblick könnte dies Besorgniss erregen, wenn man nicht wüsste, dass jedes Kind, welches stirbt, eine Salve von fünf, jede Frau nach dein Tode eine solche von zehn und jeder Mann eine Salve von zwanzig Schüssen erhält, während bei dem Ableben eines Häuptlings kaum zehn oder zwölf Fässchen Pulver genügen würden. Wenn das letztere zu solch harmlosen Zwecken verwendet wird, kann man sich allerdings versucht fühlen, dasselbe als ein wohlthätiges Element des Handels zu betrachten.

Ganz in der Nähe, zwischen dem Pulvermagazin und den weissen Factoreigebäuden, befindet sich der Friedhof, auf welchem schon mancher den langen, festen Schlaf schläft, aus welchem ihn. selbst die Explosion der im Magazin lagernden vielen Tonnen Pulver nicht wieder zum Leben erwecken würde. Dumpf und feierlich schlagen die Wogen des nahen Oceans an die Küste, wie ein Klagelied über den Verlust derjenigen, die nach den Tropen gekommen sind, um dort ihre ewige Ruhestätte zu finden. Diejenigen, welche zur Schwermuth geneigt sind, sollten den Ort meiden, denn das dumpfe Geräusch der Wellen, der Anblick des todten Sandes und der kahlen Wasserwüste, die sich bis in die unendliche Ferne ausdehnt, der Gedanke, dass du, selbst wenn du wolltest, auf derselben nicht fortsegeln kannst, alles dies bringt sehr leicht eine tiefe Melancholie hervor, da selbst die stillen Gräber dir zu winken scheinen, dir, der du noch nicht weisst, wie du in diesem Lande leben wirst, das schon so vielen, ebenso kräftigen und noch kräftigem Leuten, wie du, den Tod gebracht hat. Doch fort von diesem Orte und wieder nach den Wohnungen der Lebenden!

Die Holländer verstehen es ihren jungen Leuten behaglich zu machen; als einen Beweis dafür kann ich die Table d'hote mit ihrem mannichfachen Ueberfluss anführen und ebenso die anmuthigen, hohen und kühlen Holzgebäude. Sie haben auch einen Arzt zur Hand, der über eine wohlausgerüstete Apotheke verfügt, besitzen ein Billard und zahlreiche Reitesel, und wenn der Sand zwischen den Gebäuden auch nicht gerade zu einem Spaziergange einladet, so ist der Strand doch so fest wie Asphalt und die erfrischende Seebrise des südlichen Atlantic nach einem windlosen Tage über alle maassen wohlthuend.

Jenseit des grossen Areals des holländischen Hauses beginnt das Etablissement der Fii ma Daumas, Beraud &, Co., welche in denselben Artikeln, nur in erheblich geringerm Umfange, Geschäfte macht und dabei in ähnlicher Weise wie die Holländer verfährt. Noch weiter nördlich und durch einige Unrathhaufen und stagnirende Pfützen von jenem getrennt liegt das Etablissement der Kongo- und Centralafrikanischen Gesellschaft, das von noch kleinern Verhältnissen ist. "Wenn man alles dies gesehen, hat man die Sehenswürdigkeiten von Banana erschöpft und wird nun, wenn man nach dem Innern will, seine Abreise so bald wie möglich anzutreten wünschen.

Die Mangroven auf Huard-Point, jenseit des Hafens, welche die niedrigen Schlamnmiederschläge, die den Banana-Creek von dem Pirate-Creek trennen, bedecken, sind eines Besuches nicht würdig, ebenso wie die langen, ernsten und einförmigen Linien der Ufer bei der Fahrt auf beiden Gewässern des Anblicks nicht werth sind.

Fährt man den Banana-Creek hinauf, der für kleine Fahrzeuge genügend tiefes Wasser enthält, so gelangt man in der Nähe von Ponta da Lenha wieder heraus; in gleicher Weise führt auch der Pirate-Creek, während der Sklavenzeit eine berühmte Durchfahrt, schliesslich wieder in derselben Richtung. Bei niedrigem Wasser macht der Anblick des aufwallenden Schlammes, der von unzähligen Krebsen belebt ist, welche unaufhörlich in den Löchern aus- und einschlüpfen, einen ziemlich niederschlagenden Eindruck. Der Aufenthalt in dieser Wüste übelriechenden Schlammes ist eine Gefährdung der Gesundheit. Die knorrigen Wurzeln der Mangroven sehen wie ungeheuere Rettiche aus, die auf den Spitzen ihrer gabelförmigen Wurzeln stehen; so phantastisch der Anblick aber auch ist, das Gefühl der Einsamkeit, Einöde und Heimatlosigkeit brinfft, wenn ich auch zugebe, dass dies sehr von der persönlichen Stimmung abhängt, einen höchst deprimirenden, erkältenden Eindruck hervor, während die Fahrt den Kongo aufwärts, die mächtige und bewegte braungelbe Flut mit dem Kiel des schnellen Dampfers durchschneidend, einen bei weitem erheiterndem Eindruck macht.

Ich habe nie herausfinden können, weshalb die niedrige Sandzunge, deren höchster Rücken kaum zwölf FUSS über Niedrigwasser und nur sechs Fuss über Hochwasser liegt, durch den Namen Banana ausgezeichnet worden ist, nach jener tropischen Pflanze, welche man dort heutigentags vergeblich sucht. Allerdings könnte ich mir einen Grund denken, doch ist derselbe nicht historisch. Wie ich glaube, lag die Factorei der Firma Regis & Co. vor der Gründung des jetzigen Etablissements, welches sich über die ganze Spitze ausgedehnt hat, mehr in der Mitte der Landzunge; und am Ende derselben, vielleicht da, wo jetzt der holländische Flaggenmast aufgerichtet ist, gediehen möglicherweise einige wenige Bananenbäume, ebenso wie gegenwärtig in der Nähe dieser Stelle einige Palmen ihr Dasein fristen.

Vor dreihundert Jahren war die Halbinsel, wenn die alten Karten zuverlässig sind, nicht so lang, sondern es existirte nur ein wie ein stumpfer Haken aussehendes Vorland, Cap Palmas genannt, und möglicherweise wird sie in Zukunft wieder dieselbe Gestalt annehmen; wenigstens fürchten dies die Holländer und haben demgemäss ihre Vorsichtsmaassregeln getroffen, indem sie das innere Ufer der Landzunge durch Staken, Pfähle und Steintrümmer geschützt und an der Seeseite viele Schiffsladungen von Felsstücken aufgestapelt haben.

Ein oder zwei mal in meinem Leben habe ich erfolgreich prophezeit; hier sagt aber auch die Vernunft, dass bei einem unglücklichen Zusammentreffen eines Orkans oder eines lange anhaltenden Tornado aus West oder Nordwest und einer Aufstauung der Gewässer der Kongomündung im December das niedrige Land überflutet werden kann, und mit dem zurücktretenden Wasser würde die Banana-Halbinsel wahrscheinlich bis auf die festen Felsen fortgefegt werden, auf denen sich Sand und Niederschläge gelagert und schliesslich die Verlängerung der Spitze gebildet haben.

Quelle:Henry M. Stanley. Herrn F. A. Brockhaus.1885, von bjfe by jadu

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