(von Ivone Alder)



(Du hörst die brasilianische Nationalhymne)

Brasilien ist das fünftgrößte Land der Welt,
mit einer Fläche von 8.511.966 Quadratkilometern; knapp die Hälfte
von ganz Südamerika, so daß, mit Ausnahme von Chile und Ecuador, Brasilien an
alle anderen südamerikanischen Staaten grenzt.
Die mit traumhaften Stränden und
Buchten bespickte Küste dieses
"Kontinents im Kontinent",
dehnt sich ganze 7.491 km
dem Atlantischen Ozean entlang.

Die Entdeckung Brasiliens.

Auf der Suche nach neuen Landen reich an Gold, Edelsteinen und
Gewürzen, erblickte der portugiesische Seefahrer Pedro Álvares Cabral,
mit seinen zwölf Segelschiffen, am 22. April 1500 die Küste des heutigen Brasilien. Als die erschöpften Seefahrer nach 43tägigen Überfahrt in der Ferne eine Spitze Land entdeckten, hielten sie die neue Region, die sie unmittelbar für die portugiesische Krone formell als Kolonie beanspruchten, für eine Insel. So kam es, daß Brasilien erstmals als "Ilha (Insel) de Vera Cruz" getauft wurde. Mißverständnis geklärt, nannten die Eroberer das neue Land "Terra de Santa Cruz".

Der erste Kontakt mit den Einheimischen ergab sich
schon am nächsten Tag, Donnerstag der 23. April 1500.
Der portugiesische Kapitän Nicolau Coelho begab sich
an Land mit einem Ruderboot und wurde - wie später
in einem Brief an den König von Portugal berichtet - "von 18 schamlosen, splitternackten, rothäutigen Männern, mit Pfeil und Bogen in den Händen, neugierig und sehr freundlich empfangen". Coelho gab den Eingeborenen seine rote Mütze,
eine Leinenzipfelmütze und einen schwarzen Hut. Daraufhin, schenkten ihm die "índios"
einen Kopfschmuck aus Federn und eine Kette aus weißen Muscheln.

Das war der Anfang!

Der Name "Brasil" ist eine Ableitung von einem, im neuen Land vorhandenen Baum; ein edles Naturprodukt, welches bald den portugiesischen Entdeckern zum Opfer fiel und unter dem Namen "Pau-Brasil" (Brasil-Holz) tonnenweise auf Segelschiffen nach Europa verfrachtet wurde.
Die eingeholten Gewinne dieses Holzexportes waren jedoch gering im Vergleich mit den Verdiensten, die der Handel mit Indien (Gewürze) und Afrika (Elfenbein, Sklaven) der portugiesischen Krone und Bürgern einbrachte, so daß das "neue Land" ziemlich bald in Vergessenheit fiel. So kam es, daß
die eigentliche Kolonisierung Brasiliens erst 30 Jahre später (1530) begann, als der Handel mit Asien sich seinem Höhepunkt immer mehr entfernte und zugleich die portugiesische Krone ihre Kolonie von anderen Eroberern (Franzosen) gefährdet sah.


Yanomami-Stamm

Die weiterhin friedlichen Indianer
empfingen auch diesmal die Ansiedler
mit offenen Armen, im wahren Sinne des Wortes, und so begann schon damals die Völker- und Rassenmischung, die bis heute ein
Wahrzeichen Brasiliens ist.


Purús-Stamm

Die Bevölkerung von 170 Millionen Menschen (Zählung von 2000)) ist vielfältig wie kaum in einem anderen Land unserer Welt. Deutsche, Spanier, Afrikaner, Araber, Italiener, Polen, Japaner, alle mit ihrem Glauben, Traditionen und Bräuchen, immigrierten nach Brasilien im Laufe der Jahrhunderte.

Wußtest Du , daß die größte Konzentration von Japanern außerhalb Japans, in São Paulo ist? und,
daß jeder, der in Brasilien geboren wird, vom Gesetz aus, Brasilianer ist?

Dies führt dazu, daß trotz großer Klassenunterschiede, ein ausgeprägter Nationalstolz dieses Rassen-und Glaubensbabylon verbindet; daher sind soziale Unruhen und Friktionen eher ein neues Phänomen.

Die Landessprache ist Portugiesisch, im Gegensatz zu den restlichen, Spanisch sprechenden Ländern Südamerikas.

Wußtest Du , daß das in Brasilien gesprochene Portugiesisch erhebliche Nuancen gegenüber demjenigen in Portugal vorweist, besonders in der Aussprache, aber auch im Wortschatz? Man könnte es fast als eine eigene Sprache - "Brasilianisch" - bezeichnen.

Die Hauptreligion ist der Katholizismus, alle anderen Glaubensrichtungen sind jedoch in völliger Freiheit vertreten.

Wußtest Du, daß verschiedene Arten Spiritualismus (Umbanda, Candomblé, Macumba), die von den im 17. bis 19. Jahrhundert aus Afrika geholten Sklaven eingeführt wurden, katholische Bräuche geprägt haben und heute noch in gewissen Regionen eine große Anzahl Anhänger einer afro-brasilianischen Glaubensvorstellung ansprechen?

Das Klima reicht von tropisch über subtropisch im Norden/Nordosten bis zu gemäßigt im Süden.

Wußtest Du , daß im südlichsten Staat Brasiliens (Rio Grande do Sul) die Bewohner zuweilen mit Schneefall überrascht werden? Das ist natürlich in diesem Land der Sonne ein großes Ereignis, und womit meinst Du bekleidet man oft die brasilianischen Schneemänner? JA! natürlich mit dem Hemd des Fußballstars...
Ronaldo

Die Flora dieses ausgedehnten Landes ist eine der reichsten unserer Welt, mit stark voneinander abweichenden Vegetazionszonen, in denen eine riesige Vielfalt an Pflanzen und Früchten vorhanden ist.
Im Norden weist die Pflanzenwelt des dichten, immergrünen Regenwaldes im Amazonasbecken eine ungeheure Artenvielfalt auf und, die von schönsten Orchideen geschmückten Riesenbäume prägen ganz bestimmt einen unvergeßlichen Eindruck in die Seele eines jeden Forschers oder Abenteurers. Der Nordosten ist vorwiegend von der Babassú-Palme bedeckt. Daran schließen sich die "Caatinga" (Baumsteppe), die große Teile des trockenen Binnenlandes einnimmt. Im Osten und Süden Brasiliens hingegen erstreckte sich zur Zeit der Entdeckung Brasiliens auf 1,3 Millionen Quadratkilometer die "Mata Atlântica", der Atlantische Regenwald. Dieses in der Welt eimalige Waldökosystem wurde im Laufe der Jahrhunderte bis zu 96 Prozent zerstört. Die noch übrig gebliebenen Atlantischen Regenwaldgebiete sind heute zwar per Gesetz geschützt, aber... wie das eben bedauerlicherweise so ist, werden illegal und legal weitere Wunden in dieses Wunder der Natur geschlagen.


Fa
st wie ein Balsam der Natur,
um die Zerstörung der
Mata Atlântica
etwas auszugleichen, befindet sich im südöstlichen Staat
Mato Grosso das herrliche Überschwemmungsgebiet des
"Pantanal":
eine Welt aus Wasser, Quellen, Flüssen und Tälern, durchwachsen von reichhaltiger
Vegetation, die von einer wildwachsenden
sehr verschiedenartigen
Tierwelt belebt wird.

Die Fauna der riesigen Wälder Brasiliens unterscheidet sich erheblich von der Afrikas. Die dort lebenden großen Säugetiere, wie Elefanten, Löwen, Tiger, Gorilla usw., sind in Brasilien nicht heimisch. Eine Vielzahl von Fischarten (allein im Amazonas mehr als 1.500), Schildkröten und auch die sympathischen Manatis sind Bewohner der Flüsse, Seen und Küstengewässer Brasiliens. Schlangen sind sowohl giftige als auch ungiftige, wie die riesige Anakonda, zu finden.

Das Land ist auch Heimat einer großen und artenreichen Vogelwelt, die sich besonders im "Pantanal" sehr gut beobachten läßt, nebst Krokodilen, Affen, Faultieren und etlichen anderen Säugetieren. Ein Naturreichtum, den es in anderen Gebieten der Welt nicht gibt.



Ach! ist das ein Leben...

Die Flüsse Brasiliens bilden ein großes und ausgedehntes hydrographisches System. Der Amazonas - wasserreichster Fluß der Welt - entspringt in den peruanischen Anden und wird, ab der brasilianischen Grenze bis Manaus, Rio Solimões genant; danach, bis er den Atlantischen Ozean erreicht, heißt er Amazonas. Bei einer Gesamtlänge von über 6.500 km und über 200 größeren Nebenflüssen, ist das Amazonasbecken, mit seinen breiten und leicht zugänglichen Kanälen, als Wasserstrasse beschiffbar. Das in der Hochebene Brasiliens situierte São Francisco Flußsystem versorgt den Nordosten mit Strom, erzeugt durch das Kraftwerk seiner Paulo Afonso-Fälle. Oberhalb jener, ist auch dieser Fluß beschiffbar. Das Paraná-Paraguay System - gebildet durch die Flüsse Paraná, Paraguay und Uruguay - durchfließt den südwestlichen Teil des Staates Minas Gerais. Auch hier spielt die Binnenschiffahrt eine bedeutende Rolle. Mitte der achtziger Jahre wurde "Itaipú", ein kolossales Wasserkraftwerk am Paraná Fluß, fertiggestellt, welches einen erheblichen Teil des brasilianischen Stromverbrauchs deckt.

Wußtest Du , daß sich in Brasilien die größten Süßwasser-Ressourcen (12% der Welt) befinden?

Die Wirtschaft Brasiliens - weltweit an zehnter Stelle mit einem Bruttosozialprodukt (2001) von 505 Mrd. US-Dollar - sichert nicht nur eine reichliche Selbstversorgung des eigenen großen Marktes, sondern auch einen ständig wachsenden Export.

Landwirtschaft: Baumwolle, Reis, Kaffee, Sojabohnen, Orangen, Zuckerrohr, Kakao,
Weizen, Mais, Tabak
.
Viehzucht: Rinder, Schweine, Geflügel, Schafe.
Bodenschätze: Bauxit, Gold, Eisenerz, Manganerz, Platinum, Uran, Erdöl, Edelsteine,
Nickel, Chrom, Zirkonium, Blei, Graphit u.a.

Wußtest Du, daß die bereits bekannten Eisenerzvorkommen in Brasilien ausreichen, den Weltbedarf (berechnet auf den heutigen Verbrauch und seinem voraussichtlichen Wachstum) über die kommenden 500 Jahre zu decken? und ...
daß 90% aller Edelsteine der Welt (Diamanten, Smaragde, Aquamarine, Topase, Amethysten, Turmaline) in Brasilien gefördert werden?

Industrie: Stahl, Flugzeuge, Maschinen, Schuhe, Chemikalien, Fahrzeuge, Autoteile, Zement, Holz, dauerhafte Konsumgüter, Orangensaft, Textilien, Tierfutter. Die Hauptabnehmer brasilianischer Produkte sind die Vereinigten Staaten, Deutschland,
Japan, Argentinien, Niederlande, Frankreich, Kanada und China.

Wußtest Du, daß auf die Beschäftigungszahl bezogen, São Paulo weltweit die größte deutsche Industriestadt ist?

Landeswährung:
"Real"
seit Juli 1994.

Regierung und politische Einteilung:
Brasilien ist eine föderative Republik mit 26 Staaten und dem Bundesdistrikt, Sitz der Landeshauptstadt "Brasilia". Die Verfassung vom 5. Oktober 1988 gewährt der Bundesregierung - gebildet von Exekutive, Legislative und Justiz - weitgehende Befugnisse. Der vom Volk demokratisch gewählte Präsident amtiert 4 Jahre und kann
diese Amtszeit, durch Wiederwahl, für zusätzliche 4 Jahre verlängern.

Der Präsident nominiert eigens sein Kabinett.
Am 1. Januar 2003 übernahm Luiz Inácio Lula da Silva die Präsidentschaft Brasiliens; die erste vom Volk gewählte linke Regierung in den letzten 40 Jahren.

Wichtige Städte: Die größte Stadt ist São Paulo: Zentrum der brasilianischen Industrie, mit einer Einwohnerzahl von etwa 18 Mio. Brasilia: Sitz der Bundesregierung. Die Stadt ist wegen ihres eindrucksvollen, ultra modernen architektonischen Konzeptes des brasilianischen Architekten Oscar Niemeyer weltweit bekannt geworden. Weitere bedeutende Städte sind Rio de Janeiro: ehemalige Hauptstadt Brasiliens, Handels- und Turismuszentrum; Porto Alegre: südlichste Hafenstadt am Atlantik; Belém: bedeutende Hafenstadt am unteren Amazonas; Recife: wichtigste Handelsstadt im Nordosten; Salvador: Hafenstadt einer landwirtschaftlich fruchtbaren Region; Curitiba: die "Modellstadt" Brasiliens; Belo Horizonte: Mittelpunkt der Baumwollindustrie und Manaus: die Hafenstadt am Amazonas und Rio Negro.

Seit dem
19. November 1889
ist das die offizielle brasilianische
Flagge.
Entworfen vom Künstler
Decio Villares,
hat jedes Feld seine
bestimmte Bedeutung.

Das grüne Rechteck symbolisiert Brasiliens Wälder;
die gelbe Raute
Brasiliens Goldreichtum;
die blaue Kugel Brasiliens sternreichen Himmel;
die 27 weißen Sterne stehen für die
26 Staaten und für den Sitz der Regierung (Brasilia).
Der weiße Streifen, mit der
Inschrift
"Ordem e Progresso"
(Ordnung und Fortschritt) stellt den Äquator dar.


Samba, Tanga, Sonne, Strände, Fußball, Karneval, Wälder,
Flüsse, Iguaçú, Pantanal,
Amazonas, Abenteuer, Churrasco,
Caipirinha, Zuckerhut, Lebensfreude, Charme,
5facher Fußballweltmeister und,
und.... so vieles mehr!
Kein Wunder, daß die stets optimistischen Brasilianer
mit absoluter und stolzer Überzeugung sagen:
"Deus é Brasileiro!" (Gott ist Brasilianer!)

To: Ivone Alder