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Die Araber

Nomaden und Sesshafte

Die Araber in Europa

Hirtenstämme Ein kluges , tolerantes Volk
Die Bewohner der Wüste Moscheen und Paläste
Schwarze Zelte Landwirte und Handwerker
Die Bohner des Küstengebiets Kleidung, Waffen und Schiffe der Araber
Leben in den Städten Wörter, die aus dem arabischen Stammen
Das Leben in den Dörfern Die Ausbreitung des Islams

Arabien ist die größte und gleichzeitig die unwirtlichste Halbinsel Asiens: Sie umfaßt beinahe 3 Millionen Quadratkilometer, ist aber zu mehr als 70 Prozent von Wüsten bedeckt. Das Klima ist heiß und trocken, die Vegetation besonders im Innern sehr spärlich. Seit frühester Zeit haben die Araber es verstanden, sich den harten Gegebenheiten der Natur anzupassen.

Nomaden und Sesshafte

Die Bevölkerung Arabiens zerfällt in zwei große Gruppen: in die als Nomaden von Viehzucht lebenden Beduinen und in die Bewohner der Dörfer und Städte , die sich vom Ackerbau (als Fellachen) oder vom Handel ernähren. Sie leben vorwiegend in den Küstengebieten. Die Beduinen siedeln dagegen im Landesinnern; ihre Wohnung ist das Zelt, ihr Reichtum die Herde.

Hirtenstämme

Die Beduinen bilden zahlreiche Stämme, an deren Spitze jeweils ein Scheich ("Ältester") steht. Er ist nicht unbedingt ein Despot mit unumschränkten Vollmachten, aber jeder Stammesangehörige hat seinen Anweisungen zu gehorchen. Wie schon erwähnt, leben die Beduinen von den oft großen Herden, mit denen sie durch das Land ziehen. Früher spielten die weltbekannten Araberpferde eine große Rolle, aber jetz sind sie nicht mehr so gefragt. daher bestehen die Herden heute hauptsächlich aus Schafen, Ziegen, Eseln, Rindern und Kamelen. Sie liefern nicht nur Häute, Wolle, Fleisch und Milch, sondern dienen auch als Zahlungsmittel. Die Kamele sind als "Schiffe der Wüste" ein wichtiges Transportmittel. Sie können im heißesten Sommer mit schweren Lasten täglich bis zu 50 Kilometer zurücklegen und vier Tage ohne Wasser auskommen. Wenn sie im Frühjahr auf die Weide gelassen werden, brauchen sie sogar bis zu einem Monat lang kein Wasser. Die traditionellen Waffen der Beduinen sind Speer und Schwert, die allerdings heute zunehmend durch Feuerwaffen verdrängt sind.

Die Bewohner der Wüste

Der Araber ist von mittleren, hagerem, aber muskulösem Körperbau, hat ein ovales Gesicht, eine scharfe geschnittene Nase, schwarze Augen, dunkle Haut, dichtes schwarzes Haar und zeichnet sich in der Regel durch ebenmäßigen Wuchs aus. Seine Kleidung ist sehr einfach. Die Männer tragen ein loses Gewand aus weißer Wolle, das durch einen Gürtel zusammengehalten ist, und einen schwarzweiß gestreiften Überwurf, der Burnus genannt wird. Den Kopf bedecken sie entweder mit einem einfachen Tuch, das zu einem Turban geschlungen wird, oder mit einem beiderseits des Gesichts herabfallenden Seidentuch, das durch Bänder aus Kamelhaar befestigt wird, und Wangen und Genick vor der Sonne schützt. Die Kleidung der Frauen ist ähnlich. Die Frauen der Araber tragen einen Gesichtsschleier, der nur die Augen frei läßt. Als Fußbekleidung dienen einfache Sandalen aus Leder.

Schwarze Zelte

Da sie ständig umherziehen, haben die Beduinen keine feste Behausungen, sondern begnügen sich mit einfachen Zelten. Rechteckige Tücher aus Kamelwolle werden über in den Boden gerammte Pfähle gelegt. Manchmal läßt man die Enden der Tücher als "Wände" herabhängen, aber in der Regel bleiben die Zelte offen; ein in der Mitte ausgespanntes Tuch trennt Männer und Frauen. Die Einrichtung ist auf das Allerwichtigste beschränkt: ein paar Teppiche und Kissen, eine Feuerstelle, einige Behälter für Nahrungsmittel; das ist alles.

Die Bewohner des Küstengebiets

Ganz anders als die Beduinen leben die Araber, die sich in den Städten und dörfern an der Küste niedergelassen haben. Sie ernähren sich von Handel und Ackerbau und machen rund 85 Prozent der arabischen Bevölkerung aus. Sie sind nicht mehr so reinrassig wie die Beduinen, da sie sich mit Einwanderern, besonders Afrikanern, vermischt haben. Die Häuser in den Städten sind meist aus Ziegeln erbaut und zwei oder mehr Stockwerke hoch. Sie tragen ein Flachdach, das die Araber am Abend aufsuchen, um nach der drückenden Hitze des Tages ein wenig Erfrischung zu finden. Die Behausungen der Dorfbewohner sind in der Regel einstöckig und weisen nur zwei Räume auf. In dem einen Raum lebt der Bauer mit seiner Familie, im zweiten sind Ackergeräte und Haustiere untergebracht. Die in den Dörfern am zahlreichsten vertretenen Haustiere sind Schafe.

Leben in den Städten

Die Araber, die in den Städten leben, unterscheiden sich schon durch ihr Aussehen von den Beduinen: Ihre Haut ist heller, ihre Gesichtszüge sind weicher; denn sie müssen nicht die unerhörten körperlichen Strapazen auf sich nehmen, die die Bewohner der Wüste zu ertragen haben. Viele arabische Städter tragen heute europäische Kleidung; wenn sie bei der althergebrachten Tracht bleiben, ist diese kostbarer und eleganter als die der Beduinen. Die Frauen lieben funkelnden Schmuck, ohrringe, Armreifen und Fingerringe aus Gold und Silber, Halsketten aus perlen, Bernstein und Edelsteinen. Gewöhnlich tönen sie wangen und schwärzen die Augenbrauen.
Dennoch sind die arabischen Frauen auch in den Städten nicht zu beneiden: Sie haben in der Familie nichts zu sagen und sind nicht erbberechtigt. Wenn ein Mädchen ins heiratsfähige Alter kommt, bestimmt der Vater für sie einen Bräutigam.

Das Leben in den Dörfern

Stärker der Tradition verhaftet ist das Leben in den Dörfern. Die Dorfbewohner haben die strenge Stammesgliederung beibehalten; jedem Stamm steht ein Scheich oder Imam vor, dem der größte Teil des Ackerlandes gehört. Für ihn arbeiten die Bauern, Fellachen genannt; sie erhalten soviel eigenes Land zugewiesen, Daß sie sich und ihre Familie ernähren können. Angebaut werden vor allem Datteln, Weizen, Gerste, Südfrüchte und Kaffee. Wie bei den meisten orientalischen Völkern werden die schwersten Arbeiten den fast rechtlosen Frauen zugewiesen.

Quelle: © Wissen Verlag Stuttgart/ Zürich 1969; Jadu 2000


Die Araber in Europa



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