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Der Name

Die älteste von den Chinesen selbst für ihr Land angewendete Bezeichnung ist wohl "Tien Hia", Unter dem Himmel; "Sz Hai", (alle innerhalb) der vier Meere, und Tschung Kwoh", das Reich der Mitte, sind ebenfalls alte Namen. Himmlisches Reich ist die Übersetzung von "Tien Tschau", d.h. himmlische Dynastie oder das Land, über das die vom Himmel eingesetzte Dynastie herrscht. "Tschung Hwa Kwoh", das blumenreiche Land der Mitte, wird besonders literarisch verwendet und ist darauf zurückzuführen, daß die Chinesen sich für die gebildetste (Hwa) Nation der Erde halten. "Nui ti", das innere Land, im Gegensatz zu den äußeren Barbaren, wird hauptsächlich in diesem Sinne gebraucht. "Li Min", die schwarzhaarige Rasse, ist ein häufig für das Volk angewendete Ausdruck. Auch der Name "die hundert Familien" findet sich.

Das Volk wird weiter als "Tschung Kwoh jin" (Leute des Reiches der Mitte) und als "Han jin" oder "Han tsze" (Männer oder Söhne Hans) bezeichnet. Schon unter der Tschin-Dynastie, 221 v. Chr., scheint die Sitte aufgekommen zu sein, das Land und die Bewohner nach der Dynastie zu nennen; die Dauer dieser Dynastie war aber kurz und der Haß gegen ihren Gründer zu groß, um die Bezeichnung zu einer bleibenden werden zu lassen. Dagegen haben die Namen anderer Dynastien: der Han-, der Tang- und der mandschurischen Tsching-Dynastie, sich mehr eingebürgert; Tang jin", Männer von Tang, und "Tsching jin", Männer von Tsching, wird oft angewendet. Die letzte Dynastie nannte das Reich nach ihrer eigenen Bezeichnung "Ta Tsching Kwoh", das große reine Reich; auch "Tsching Tschau", die reine Dynastie, wird oft gebraucht. "Hwa Hsia", die herrlichen Hsia, ist auf die alte Hsia-Dynastie (2205-1766 v. Chr.) zurückzuführender, aber wohl erst später angewandter Name. Das "Kitai"der Russen und "Kathai" der Perser stammt von den Kitan-Tataren, die unter dem Namen der Liau- (Liao-) Dynastie von 937-1125 in Nordchina herrschten.

Die indischen Buddhisten nennen China "Khin tan", Morgendämmerung; Manzi, Manji, ist Südchina, und seitdem die Sung-Dynastie von den Mongolen aus dem Norden vertrieben als südliche Sung-Dynastie 1227 n. Chr. ihre Residenz in Hangtschau aufschlug, auch die Bezeichnung für ganz China; Kolumbus suchte Manzi. "Tung tu", das Land des Ostens, findet sich nur bei mohammedanischen Schriftstellern.

Woher der (zuerst 1539 gebrauchte) europäische Name China kommt, ist zweifelhaft. Daß er bloß auf die Tschin-Dynastie zurückzuführen sei, ist besonders nach Ferd. Freiherrn v. Richthofen unwahrscheinlich. Mit dem "Sinim" des Propheten Jesaias, dem altpersischen "Matschin", dem großen "Tschin", das im Mittelalter allerdings für China angewendet wurde, und dem im Gesetzbuche des Manu und im Mahabharata vorkommenden "Tschina" hat es, nach Richthofen, ebenfalls keinen Zusammenhang. Dagegen war China den verschiedensten Völkern des Altertums als Jin, Chin, Tsin, Tschin, Tschina und Tzinistan bekannt. Richthofen glaubt, daß der Name, der allen diesen Bezeichnungen zugrunde gelegen habe, auf dem Seewege verbreitet worden sei, und führt ihn auf "Ji nan", südlich von der Sonne, zurück, mit dem die Chinesen im Altertum Tongking und Kotschinchina, vielleicht auch noch Kambodscha bezeichneten; daß Marco Polo das bei Zayton (Tschwang tschau fu, zwischen Amoy und Futschau) gelegene Meer das von Tschin nennt,scheint dafür zu sprechen. — Die bei den Römern gebräuchliche Bezeichnung "Seres" dürfte auf sze, sse, ssier (chinesisch = Seide) zurückzuführen sein.


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China - Boxeraufstand

Auf den Spuren der deutschen Schutzgebiete: Tsingtau

Prinz Heinrich in Asien

Der Jangtsekiang: König der Flüsse

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Dschonke

China heute

Rasche Fortschritte bei der Zusammenarbeit zwischen China und der Nationen Südostasiens

von Mary Burdmann

In Asien entsteht ein Wirtschaftsgroßraum

In Asien mehren sich die Anzeichen für bevorstehende Durchbrüche bei der wirtschaftlichen und finanziellen Zusammenarbeit zwischen China und der ASEAN-Gruppe ("ASEAN plus1") sowie zwischen China, Japan, Nord- und Südkorea und ASEAN ("ASEAN plus3").

Die Zusammenarbeit zwischen China und den Nationen Südostasiens entwickelt sich rasch und schließt auch eine engere Kooperation des Wirtschaftraumes "Groß-China" (die Volksrepublik, Taiwan, Hongkong und Macao) ein. Eine weitere regionale Wirtschaftsorganisation zur Förderung des Mekong-Projektes umfaßt Vietnam (das bevölkerungsreichste Land auf dem südostasiatischen Festland) sowie die chinesischen Provinzen entlang der Küste des Südchinesischen Meeres.

Am 5.6. November 2001 trafen sich die zehn ASEAN-Mitglieder und ihre drei ostasiatischen Partner China, Japan und Südkorea zum fünften Gipfel der "ASEAN-plus-3" in Brunei. Die Schlußerklärung des Gipfels verweist auf die "ernste Verlangsamung der Weltwirtschaft", den "Rückgang ausländischer Investitionen" und die "Folgen zurückgehender ausländischer Nachfrage". Malaysia und Singapur kritisierten eine zu große Abhängigkeit von den USA, und Chinas Premier Zhu Rongji sagte, die ASEAN-plus-3 müsse sich "mehr auf sich selbst verlassen". China und die ASEAN einigten sich darauf, innerhalb des nächsten Jahrzehnts stufenweise eine Freihandelszone FTA einzurichten.

China unternimmt große Schritte zur Konsolidierung seiner Wirtschaftslage. Bereits vor einem Jahr verlagerte Beijing die Priorität seiner Wirtschaftsstrategie: Die Abhängigkeit von Exporten und Fremdinvestitionen wird abgebaut und statt dessen die Entwicklung des gewaltigen Binnenmarktes vorangetrieben.

Am 1. November veröffentlichte Zahlen der Chinesischen Zentralbank belegen, wie sich der "beschleunigte und sich vertiefende wirtschaftliche Abschwung in den USA" auf die chinesischen Exporte auswirkt. Negative Folgen zeigen sich insbesondere beim Handelsvolumen, den Devisenreserven, dem ausländischen Kapitalzufluß und dem Wechselkurs. Auf einer Wirtschaftskonferenz in Hongkong am 30. Oktober erklärte der Minister für Außenhandel und wirtschaftliche Zusammenarbeit Shi Guangsheng, das Handelswachstum betrage bisher in diesem Jahr nur 7% gegenüber 27,8% im Gesamtjahr 2000, und der Trend gehe weiter abwärts.

In einer weitverbreiteten Erklärung forderte Präsident Jiang Zemin auf einer Inspektionsreise in der Provinz Hebei in den ersten Novemberwoche "klares Denken angesichts der komplizierten innenpolitischen und internationalen Situation." Ministerpräsident Zhu Rongji betonte auf einer viertägigen Reise nach Indonesien, Chinas Wirtschaft sei trotz der allgemeinen Lage "unverwüstlich": "Seit einiger Zeit ist es uns trotz eines bemerkenswerten Rückgangs von Weltwirtschaft und Welthandel gelungen, unser Wirtschaftswachstum am Laufen zu halten." Dies sei auf die Stimulierung der Binnennachfrage sowie die Umsetzung einer aktiven Steuerpolitik und umsichtigen Geldpolitik zurückzuführen.

Angesichts des weltweiten Wirtschafts- und Finanzdesasters bildet sich zudem langsam eine engere Zusammenarbeit zwischen China, Japan und Südkorea heraus, was u.a. finanzielle Vereinbarungen einschließt. Daneben sucht auch Rußland die Kooperation mit diesen drei Nationen.

Chinas Infrastrukturprojekte

Die Konsolidierung eines "großchinesischen Wirtschaftsraumes" macht Fortschritte. In Taiwan, das von der schlimmsten Wirtschaftskrise seit 30 Jahren betroffen ist, hob die Regierung das seit 50 Jahren geltende Verbot des direkten Handels, direkter Investitionen und Bankverbindungen mit Festlandchina auf. Obwohl er nominell für "taiwanesische Unabhängigkeit" ist, billigte Präsident Chen diese Maßnahmen (die bereits im August von führenden Wirtschaftsmanagern gefordert worden waren), damit seine Partei DPP bei den kommenden Wahlen noch eine Chance hat.

Daneben beschleunigt Beijing die infrastrukturelle Entwicklung Tibets; so soll jetzt die erste Eisenbahnstrecke (Tibetbahn) in diese Region gebaut werden.

Zusätzlich dazu treibt man das seit langem gehegte Vorhaben voran, Wasser aus dem Süden in den Norden des Landes zu leiten. Dabei sollen mindestens drei lange Kanäle gegraben werden, um das Wasser des Jangtse in die trockene und dichtbevölkerte Nordregion zu leiten, in der sich auch Chinas "Getreidegürtel" befindet. Mit dem Bau solle 2002 begonnen werden, wie der stellv. Minister für Wasserressourcen Zhang Jiyao erklärte. China will in den kommenden zehn Jahren 180 Mrd. Yuan in das Projekt stecken. In fünf bis zehn Jahren sollen der östliche und der mittlere Kanal fertiggestellt sein und der Bevölkerung das ersehnte Naß und wirtschaftlichen Nutzen bringen.

Am 14. November begann der Einbau der in Rußland gebauten Generatoren in den Kernreaktor in der ostchinesischen Hafenstadt Lianyungang, dem östlichen Endpunkt der Zweiten Eurasischen Kontinentalbrücke. Dieses Kraftwerk soll zu einem der größten Kraftwerke Chinas im 21. Jahrhundert werden. Derzeit befinden sich in China vier Kernkraftwerke im Bau.

Quelle: Neue Solidarität, 21.11.2001, von rado jadu 2001

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