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China im Übergang von der mittleren zur neueren Zeit

Die Ming-Dynastie (1368-1644)

Die ersten Jahre des ersten Herrschers aus dem Hause der Ming (Ta Ming, Großen Ming), Tai Tsu (nach der Devise* seiner Regierung von Fremden gewöhnlich als Hung wu bezeichnet; 1368-98) waren der gänzlichen Vertreibung der Mongolen und der Unterwerfung der Prätendenten im Lande gewidmet. Ming Scheng, der Kaiser von Hsia (oder Schu) unterwarf sich 1371; in demselben Jahre wurde ein Sohn des letzten Mongolenherrschers, der sich in Sz'tschwan und Jünnan bis dahin gehalten hatte, besiegt. Schun Ti selbst, der sich in die nördliche Mongolei geflüchtet hatte, wurde von den Chinesen verfolgt und starb, in Jingtschang belagert; seinem Sohne gelang es, nach dem Falle der Stadt (1370) zu entkommen. Die nationale Erhebung der Chinesen brachte auch im Ausland Erfolge: Korea und Anam sandten Tribut, und die Japaner, die seit dem Eindringen der Mongolen aus Rache von Zeit zur Zeit die Küsten Chinas verheert hatten, wurden durch einen – angeblichen – Seesieg der Chinesen bei den Liu-kiu-Inseln vorläufig beruhigt. Ein Aufstand in Jünnan wurde 1381 unterdrückt. Der Kaiser, der in Nanking residierte, ließ sich die Neuorganistion des Landes und der Verwaltung angelegen sein: er teilte das Reich in 13 Provinzen (Schansi Ost und West, Schantung, Honan, Hukwang, Sz'tschwan, Jünan, Kweitschau, Kwangsi, Kwangtung, Fukien, Kiangsi und Tschekiang) und jede wieder in Fu, Tschau und Hsien (Präfekturen, Bezirke und Unterbezirke), wie dies heute noch der Fall ist.

Tai Tsus Enkel Hui Ti (Tschien wen) folgte ihn, wurde aber bereits 1403 von seinem Oheim Tai Tsung (Jung lo**; 1403-24), bis dahin als König von Jen in Peking, in ein buddhistisches Kloster geschickt. Tai Tsung richtete eine doppelte Regierung mit doppelten Ministerien usw. ein: in Peking, wo er selbst residierte, und in Nanking. Unruhen, die gegen ihn als Usurpator ausbrachen, unterdrückte er rücksichtslos; aber er hob zugleich das Ansehen Chinas im Auslande. Von 1406-11 bekriegte er Tongking, erzielte jedoch nur zeitweilige Unterwerfung des Landes, und 1419 wurden die Japaner, die in Liaotung einfielen, geschlagen. Expeditionen (Gesandtschaften?) gingen unter den Eunuchen Tscheng ho und Ma Huan nach Siam, Ceylon, Java, Sumatra, Bengalen und bis in das Rote und Persische Meer. Chinesischer Einfluß scheint tatsächlich damals in manchem dieser Länder bestanden zu haben und maßgebend gewesen zu sein; Ceylon erkannte während mehr als fünfzig Jahren auch die politische Oberhoheit Chinas an, und aus Aden kam 1422 eine Gesandtschaft nach China, wie später aus Ägypten (1441) und aus Samarkand (1481). Die Hauptsorge des Kaisers waren aber die fortwährenden Einfälle der Mongolen, die auch die Verlegung der Residenz nach Peking und die Verstärkung der Großen Mauer zwischen der Hauptstadt und Kalgan veranlaßten. Er selbst führte eine Anzahl von Feldzügen gegen die Mongolen, stets siegreich, aber ohne dauernden Erfolg, und starb auf einem solchen.

Tai Tsungs Nachfolger hatte gegen dieselben Feinde zu kämpfen. Jing Tsung (Tscheng tung; 1436-49) wurde von den Mongolen geschlagen, gefangen genommen, weggeführt und erst 1457 gegen ein großes Lösegeld freigelassen; er übernahm dann wieder die Regierung bis 1464 (Devise: Tien schun). Unter seinem Nachfolger Hsien Tsung (Tschenghua; 1465-87) dauerten die Einfälle der Mongolen fort und nötigten die Regierung zur Anlage weiterer ausgedehnter Befestigungen. Auch im Inneren brachen, besonders im Gebiete der Miao und Jao von Kwangsi und Kweitschau, Aufstände aus, die erst nach längeren Kämpfen 1467 unterdrückt wurden. Unter Hsiao Tsung (Hung tschi; 1488-1505) erneuerten die Mongolen ihre Einfälle mit wechselndem Erfolge; dazu kamen unter Schi Tsung (Tschia tsching; 1522-66) wiederholte schwere Angriffe der Japaner im Jangtsze-Gebiet 1550 und in Fukien. Bei Kanton waren 1516 auch die Portugiesen erschienen, deren erster Gesandter 1520 in Peking eintraf und, nach Kanton zurückgeführt, dort mit dem Leben für die Missetaten seiner Landsleute büßte, die als Seeräuber mit den Behörden und der Bevölkerung in Streit geraten waren.

Unter Schen Tsung (Wan li; 1573-1620), einem der tatkräftigeren Kaiser dieser Dynastie, traten drei Ereignisse ein, die für China und das ganze Ostasien von der größten Bedeutung wurden. Im Jahre 1581 kam der erste Jesuit über See nach China; 1618 fielen die Mandschu, die Nachkommen der 1234 von den Mongolen vernichteten Kin***-Dynastie unter Aissin Gioro, später Tai Tsu genannt, in die jetzige Mandschurei ein und setzten sich zuerst in Hsing tsching, dann in Mukden (Schingking) fest, ohne daß die Chinesen sie hätten vertreiben können; und von 1592-98 dauerte die japanische Herrschaft über Korea, in der China seinem Tributstaate militärische Hilfe leistete, weil es sich durch die Japaner in seiner eignen Sicherheit bedroht sah. Diese Unterstützung, die der zähen koreanischen Verteidigung zu Hilfe kam, gelang es, den Japanern solche Schwierigkeiten in den Weg zu legen, daß nach wechselnden Kämpfen und vergeblichen diplomatischen Unterhandlungen der sterbe Hidejoschi sein Heer nach Japan zurückrief.

Trotz dieses Erfolges ging es seit dieser Zeit mit der Ming-Dynastie immer weiter abwärts. Das Eunuchen-und Haremswesen, das in Peking stetes geherrscht hatte, nahm unter den schwächeren Kaisern immer mehr zu. Es fehlte an Truppen und Geld; und die Einfälle der Mandschu wurden immer häufiger: 1623 befanden sie sich bereits im Besitz von ganz Liaotung, 1629 streiften sie bis Peking und Tientsin und ließen sich nur mir Mühe zurücktreiben. Die Regierung hatte sich 1622 nach Macao gewendet und dort ein 400 Mann starkes Korps portugiesischer und chinesischer, teilweise mit Gewehren bewaffneter Freibeuter gegen die Mandschu angeworben, die aber schließlich wohl aus Furcht, daß sie sich gegen die Regierung wenden könnten, nicht verwendet wurden. Im Reiche gärte überall; in Schensi, Hupei, Sz'tschwan brachen zum Teil durch Hungersnöte hervorgerufene Aufstände aus. Und während General Wu San Kwei mit Mühe die Nordgrenze gegen die andrängenden Mandschu verteidigte, die seit 1627 unter Tai Tsung (1627-1643) standen, zog der aufständische Li Tsze tscheng gegen Peking, das nach kurzer Belagerung 1644 fiel. Huai Tsung (Tschung tscheng, seit 1628), ein wohlwollender, aber schwacher Mann, gab sich selbst den Tod, nachdem er seine Gemahlin und Tochter getötet hatte. Mit ihm endete die Ming-Dynastie; Li Tsze tscheng rief sich zum Kaiser aus, mußte aber nach kurzer Zeit vor den herandrängenden Mandschu, mit denen sich Wu San kwei vereinigt hatte, die in Ruinen liegende Hauptstadt verlassen.

* Die Devise wird von jetzt ab in Klammern beigefügt werden
** Yung-Lo (nach moderner Transkription)
*** Nachfahren der halbnomadischen Dschurdschen

Tai Tsu, Gründer der Ming-Dynastie
Ming-Kaiser
Mandschu-Kaiser
Tai Tsu, gewöhnlich als Begründer der Mandschu-Tsing-Dynastie bezeichnte

Die neuere Geschichte Chinas (1)

Die Mandschu- (Ta Tsching*-) Dynastie (1644-1820)

Ob und welche Abmachungen zwischen den Mandschu und Wu San kwei stattgefunden haben, ist schwer festzustellen. Von chinesischer Seite wird oft behauptete, daß die Mandschu sich der Herrschaft über China nur durch Vertragsbruch bemächtigt hätten; auf der anderen Seite steht aber fest, daß sie nicht allein bei Wu San kwei, sondern auch bei einer Menge anderer Führer volle Unterstützung bei der Unterwerfung des Landes gefunden und diese mit anfänglich lehenartigem Besitze belohnt haben. Nach der Einnahme von Peking, wo Fu lin als Schi Tsu (Schun tschi; 1644-61) den Thron bestiegen hatte, wurden nach den allen Teilen des Landes von Mandschufürsten und chinesischen Generalen befehligte Heere entsandt, um die Anhänger der Ming-Dynastie und sonstige Prätendenten, die überall aufstanden, zu unterwerfen. Li Tsze tscheng wurde allmählich bis Sz'tschwan zurückgedrängt und gab sich dort den Tod. Prinz Fu, der in Nanking den Kaisertitel angenommen hatte, wurde 1647 besiegt; in Fukien, wo Prinz Tang, in Tschekiang, wo Prinz Lu, und im Westen, wo Prinz Kwei zu Kaisern ausgerufen worden waren, wurde mit wechselndem Erfolge gekämpft; aber schließlich siegten die Mandschu überall. Mit Ausnahme von Jünnan und Kweitschau war 1659 die Ruhe im Reiche wiederhergestellt, und die dort noch kämpfenden Banden (der Prätendent war nach Burma geflohen und von dort ausgeliefert worden) überwältigte man im Laufe der nächsten Jahre.

Nur auf Formosa hielt sich der Sohn des unter dem Namen Koringa bekannten Freibeuters noch. Sein Großvater Tscheng Tschi lung hatte lange Zeit als Seeräuber die südlichen Küsten Chinas beunruhigt und sich dann in dem Kampfe gegen die Mandschu auf die Seite der Ming gestellt; nach anfänglichen Erfolgen wiederholt geschlagen, hatte er sich den Mandschu ergeben, während sein Sohn Tscheng Tscheng kung, aus Amoy vertrieben, sich nach Formosa gewendet und dies den Holländern abgenommen hatte. Der Vater wurde 1661 in Peking hingerichtet; der von den Portugiesen Koringa genannte Sohn starb 1662 auf der Insel, die sein Sohn Tscheng Ko tschwang erst 1683 den Mandschu übergab.

Nach Besitznahme des Reiches wurden die chinesischen Verbündeten reich bedacht: Wu San Kwei wurde erblicher Fürst von Jünnan und Sz'tschwan, während Schang Ko hi in Kwangtung und Keng Ki mau in Fukien dieselbe Stellung erhielten. Als Wu San kwei sich 1673/74 empörte, blieben die Fürsten von Kwangtung und Fukien den Mandschu treu; aber ihre ältesten Söhne, Schang Tschin sie und Keng Tsing tschung, schlossen sich dem Empörer an. Wu San kwei starb 1678; wenige Monate später war der Aufstand im Westen unterdrückt und 1680 die Ruhe überall hergestellt. Kaiser Schi Tsu war bereits 1661 gestorben; ihm folgte sein zweiter, achtjähriger Sohn als Scheng Tsu (Kang hsi**; 1662-1722).Während Wu San kweis Aufstand waren auch in der Mongolei, hervorgerufen durch Zwistigkeiten zwischen Galdan (Go Erh dan; auch Kaldan), Häuptling der Ölöthen, und Tsi Wang, Häuptling der Khalka, Unruhen ausgebrochen, die das Einschreiten der Chinesen nötig machten. Nach zwei Feldzügen, an denen Kang hsi teilweise persönlich teilnahm, wurde Galdan 1696 geschlagen; er tötete sich selbst. Sein früherer Gegner Tsi Wang brach später in das unter chinesischen Schutze stehende Tibet ein und wurde erst nach mehrjährigen Kämpfen 1721 besiegt. Auch mit den in Sibirien vordringenden Russen geriet Kang hsi in Streit; seine Truppen eroberten das von jenen angelegte Albazin, und erst der Friede von Nertschinsk machte 1689 den Feindseligkeiten ein Ende.

Kang hsi tat viel für das Wohl des Landes und war der chinesischen Literatur ein eifriger Schützer; unter ihm wurden das nach ihm benannte große Wörterbuch und die Enzyklopädie "Tschinting tuschu tschi tscheng" in 5020 Bänden von kaiserlichen Kommissionen herausgegeben, auch ist er der Verfasser des "heiligen Edikts", das aus 16 vom Volke zu beachtenden Verhaltensregeln besteht und unter seinen Nachfolgern vielfach erläutert wurde. Sein Nachfolger war sein vierter Sohn, Schi Tsung (Jung tscheng; 1723-35), unter dem die Verfolgung der Christen besonders harte Formen annahm: über 300 Kirchen wurden zerstört und durch die Verbannung aller Missionare, mit Ausnahme der in Peking und Kanton befindlichen, mehr als 300000 eingeborene Christen ihrer Seelsorger beraubt. Auch unter diesem Kaiser kam es wiederholt zu Streitigkeiten mit den Mongolen und den erst 1734 unterworfenen Bewohnern von Turkistan. Versuche, die Miao tsze in Jünnan und Kweitschau unter chinesische Verwaltung zu bringen, waren nur zum Teil erfolgreich.

Dem plötzlich verstorbenen Kaiser folgte sein ältester Sohn Kao Tsung (Tschien oder Kien lung; 1736-95), unter dem Reich und Dynastie die höchste Blüte erreichten. Aufstände in Hunan und Kwangsi, später in Sz'tschwan, wurden nach fast dreijährigen Kämpfen 1749 unterdrückt. Unruhen in der Mongolei, die infolge von Erbstreitigkeiten 1745 ausbrachen, nahmen längere Zeit in Anspruch, besonders nachdem Amursana (Amu sa na), der sich zuerst auf die Seite der Chinesen gestellt hatte, nach der Niederlage von Davatsi (Tse wan da schi) ebenfalls die Fahne des Aufstandes erhob, weil nur ein Teil des Gebietes der Besiegten ihm zuerteilt worden war; er wurde 1757 besiegt und floh auf russisches Gebiet, wo er bald darauf an den Blattern starb. Da die Fürsten von Khokand, Kaschkar und Jarkand Amusana unterstützt hatten, gingen die chinesischen Heere gegen sie vor und eroberten Ende 1759 diese Gebiete. 1769 wurde Burma nach mehrjährigen Kämpfen besiegt und tributpflichtig gemacht; 1787-89 geschah dasselbe mit Anam. Ein Aufstand in Formosa wurde 1787 unterdrückt, ein früherer der Miao tsze in Sz'tschwan erst nach mehrjährigen Kämpfen, in denen die Eingeborenen fast ausgerottet wurden. Endlich (1787-92) drang ein chinesisches Heer in Nepal ein und zwang die Gurkha 1791 ebenfalls zur Tributpflicht; die Ursache dieses Zuges waren die Einfälle der Gurkha in Tibet und ihre Versuche gewesen, es zur Tributzahlung zu zwingen.

Diese Kriege und die zahlreichen Reisen, die der Kaiser im Lande unternahm, trugen, wenn sie auch seinen Ruhm erhöhten, wesentlich zur Zerrüttung der Reichsfinanzen bei; sicher sind ihr und der dadurch nötig gewordenen Erhöhung der Steuern und Unglücksfälle zuzuschreiben, die unter den nächsten Kaisern die Dynastie bedroht haben. Ein Interesse für das Wohl des Volkes ist Kien lung wie seinen Vorgängern nicht abzusprechen. Die Verwaltung war geordnet und wurde durch die Einteilung des Reiches in 18 statt 13 Provinzen erleichtert. Bei dieser Gelegenheit wurden aus Schansi-Ost Schensi, aus Schansi-West Schansi und Kansu, aus Hukwang Hunan und Hupei, aus dem Gebiete von Peking Tschili (die Hauptstadt selbst bildet den besonderen Regierungsbezirk von Schun tien fu) und aus dem von Nanking Kiangsu und Anhui: eine Einteilung, die bis jetzt beibehalten ist. Kien lung dankte 1795 ab, um nicht länger als sein Großvater Kang hsi (60 Jahre) zu regieren, und starb 1799.

Unter seinem Nachfolger Jen Tsung ( Tschia tsching oder Kia king; 1796-1820) brachen in verschiedenen Provinzen des Reiches (wohl von geheimen Gesellschaften angestiftete) Aufstände aus, die nur mit Mühe und großen Kosten unterdrückt wurden; zweimal unternahmen Mitglieder der Sekte der "Weißen Lilien" Attentate gegen das Leben des Kaisers, und die südlichen Küsten des Reiches wurden von Seeräubern beunruhigt und geplündert. Wie dies oft im Osten der Fall zu sein pflegt, wuchs mit der abnehmenden Macht der Regierung ihre Anmaßung. Unter Kien lung war der englische Gesandte George Viscount Macartney (der spätere Kap-Gouverneur) 1793 sehr höflich behandelt worden, wenn auch sonst nichts erreichte; unter Kia king wurde der Russe Graf Jurij A. Golowkin 1806 an der Grenze zurückgewiesen, weil er den Kotau vor einem mit einem gelben Tuche bedeckten Tische verweigerte, und William Pitt Baron Amherst 1816 aus Peking ausgewiesen, weil er es ablehnte, sich sofort nach seiner Ankunft in Reisekleidern vor den Kaiser schleppen zu lassen.

* Ch'ing (nach moderner Transkription)
** Kang-tsi (nach moderner Transkiption)

Zeittafel 14. Jh. bis 19. Jh.

1368-1644 Ming-Dynastie
1368-1398 Kaiser Tai-zu. Reformen der Regierung (Ministerien, persönliche Verantwortung des Kaisers für zivile und militärische Gewalt, Wiedereinführung des Prüfungswesens, Maßnahmen zur Förderung der Landwirtschaft)
1381 "Gelbe Listen" (Volkszählung) für Abgaben und Pflichtarbeit (Li-jia-System). Erfaßt 60 Millionen Menschen
1387 Neue Grundbücher (Überprüfung der Besitzverhältnisse)
1405-1433 Sieben Seereisen des Zheng He, Erkundigung des Handels mit Hinterindien und Arabien
1407 Fertigstellung der Enzyklopädie "Yong-le-da-dian"
1411 Instandsetzung des Großen Kanals und des gesamten Kanalsystems
1421 Verlegung der Hauptstadt von Nanjing nach Peking
1449 Kämpfe mit dem mongolischen Stamm der Wa-la. Gefangenschaft Kaiser Ying-zong (1436-1450)
1472-1528 Philosoph Wang Yang-ming
1518-1593 Pharmakologe Li Shi-zhen
1557 Portugiesische Handelsniederlassung in Macao
1562-1633 Lexigraph Xu Guang-qi
1581 Steuerreform, endgültige Einführung der Geldsteuer (Ablösung von Naturalien und Fron)
1592-1598 Kriege gegen die in Korea eingefallenen Japaner, Vernichtung der japanischen Flotte
1593 Kaiser Shen-zong
1600-1601 Volksaufstände in den Städten
1601 Missionar und Jesuit Matteo Ricci tritt in den Dienst des chinesischen Kaisers
1610-1695 Philosoph Huang-xi
1613-1682 Enzyklopädist Wang Fu-zhi
1628-1644 Bauernkriege. Hungerempörungen in Nordshenxi dehnen sich bis zum Huanghe aus
                     1636 Li Zi-cheng übernimmt der Führung der Bauernheere
                     1641 Bauern besetzen Luoyang
                     1643 Feldzug nach Norden
                     1644 Einnahme Pekings durch die Bauern. Der letzte Ming-Kaiser begeht Selbstmord, Li erklärt sich zum Kaiser
1644 Koalition zwischen Großgrundbesitzern und Mandschu besiegt die Bauern, Einnahme Pekings (Juni) und Proklamation des Mandschu-Herrschers Fulin zum Kaiser von China (Peking Residenz)
1644-1912 Mandschurische Qing-Dynastie
1644-1662 Kaiser Fulin. Die Qing setzen sich in ganz China (bis auf Taiwan) durch
                     1645 Li Zi-cheng wird ermordet, Widerstand der Bauern in den nächsten Jahren niedergeschlagen
                     1645 Thronprätendent Mingprinz Fu Wang (mit Kanzler Shi Ke-fa) in Jiangsu wird durch Mandschu-Trupppen geschlagen
                     1645 Plünderung der Städte Yangzhou und Nanjing
                     1646 Bauernführer Zhang Xian-zhong fällt in der Provinz Sichuan,
                     1646 Mingpronz Gui Wang erklärt sich zum Kaiser (Provinzen Guangdong, Guanxi, Guizhou, Yunnan)
                     1659 Li Ding-guo (Nachfolger Zhang Xian-zhongs) zieht sich nach Yunnan zurück, Macht Gui Wangs erloschen
1661 Ming-Admiral Zheng Cheng-gong erobert von den Holländern Taiwan, neues Zentrum gegen die Qing
1662 Yunnan von den Mandschu erobert
1662-1722 Qing-Kaiser Xuanye. Konsolidierung und Ausdehnung des Reiches
1673-1681 Erhebung der südlichen Statthalter unter Wi San-gui
1683 Beseitigung des chinesischen Widerstandszentrums auf Taiwan durch die Mandschu. Zheng Ke-shuang (Enkel Zheng Cheng-gongs) muß kapitulieren
1689 Vertrag von Nertschinsk mir Rußland - erster mit einem europäischen Land abgeschlossener Staatsvertrag
1691-96 Kämpfe mit dem mongolischen Stamm der Halka. Oberhoheit der Qing bis zum Altai
1715 Brit. East India Company nimmt den regulären Handel mit China auf
1717-1720 Kämpfe mit den Ölöt, die sich Tibet bemächtigt hatten, Vertreibung der Ölöt aus Tibet, das China als Tributstaat angeschlossen wird
1721 Aufstand auf Taiwan
1723-1736 Qing-Kaiser Yin-zhen
1727 Verträge von Kjachta und Burinsk mit Rußland
1734 Friedensvertrag mit den Ölöt. Altai wird Grenze zwischen China und den Stämmen
1735 Erhebung der Miao in Guizhou gegen die Qing, die in den folgenden Jahrzehnten andauert
1736-1786 Qing-Kaiser Hong-li. Höhepunkt der mandschurischen Macht nach außen. Ruinierung durch die ständigen Kriege im Innern. Isolation
                     1757 Eroberung des Ili-Gebietes, Dezimierung der Ölöt-Bevölkerung
                     1757 Politik der "Geschlossenen Tür", Behinderung des Außenhandels und damit der kapitalistischen Entwicklung
                     1760 Eroberung der mohammedanischen Stadtstaaten Kashar und Yarkand, Ostturkestan chinesisch verwaltet
                     1769 Unterwerfung Burmas
                     1771 Erhebung der Stämme im Goldfluß-Gebiet (Provinz Sichuan). Nach 5 Jahren niedergeschlagen
                     1773 Die brit. East India Company erhält das Monopol für den Opium-Handel
                     1774 Antimandschurischer Aufstand in Shandong. Bauernaufstände reißen in der Folgezeit nicht mehr ab
                     1781 Siam tritt in ein Tributverhältnis mit Qing-China
                     1786 Aufstand auf Taiwan unter Geheimgesellschaft "Triade". Nach 2 Jahren niedergeschlagen
                     1792 Die in Tibet eingefallenen nepalesischen Gurka werden durch ein Qing-Heer zurückgeschlagen. Nepal wird Tributstaat
                     1793 Forderungen Englands an die Qing und ablehnender Brief des chinesischen Kaisers (Isolation)
                     1795 Aufstände der Miao in Guizhou und Hunnan
1796-1820 Kaiser Yongyan. Beginnender Niedergang der Qing-Dynastie
1796 Bauernaufstand "Weißer Lotos" in Hubei, dann in Sichuan, Shenxi, Henan und Gansu. Erst nach 8 Jahren Niederwerfung
1813 Aufstand der Bauern in Zhili, Henan, Shandong unter der Geheimgesellschaft "Tianli"
1816 Freigabe des Opiumhandels durch die East India Compagny