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Wie die Nilquelle gefunden wurde.

Still, in erhabener Ruhe, gleiten langsam die Wasser des heiligen Stromes dem Meere zu. Aus unendlichen Fernen kommt er, dem Herzen Afrikas entstammend, bringt Jahr für Jahr dem Lande unermeßlichen Segen, tränkt die Felder Ägyptens mit dem reichlichen Naß, das ihnen der sonnenglühende Himmel versagt, bringt frischen, fruchtspendenden Schlamm, spart dem trägen Fellachen die Arbeit des Pflügens, Eggens und Walzens. Nur zu säen braucht er und zu ernten.

Und doch erschöpft sich der Boden nicht.

Der Schlamm allein kann wohl kaum das Wunder bewirken, so glaubt der ägyptische Bauer, höhere Mächte müssen es sein, die liebevoll die Hand über das Land halten: aber der Nil ist ihr Werkzeug, drum nennt ihn das Volk von alters her den heiligen.

Es verehrte ihn, nahm aber jahrtausendelang als etwas Selbstverständliches den Segen hin, dachte nicht darüber nach, woher der Fluß kam, worauf seine alljährlichen Schwellungen beruhten; seine einzige Sorge war, daß es der Strom einmal zu gut meinte, seine Felder mehr überschwemmte, als ihnen zuträglich war; doch das kam ja selten vor.

Aber die Stromgötter wollte man sich wohlgesinnt erhalten, Opfer brachten ihm die Uferbewohner dar, Früchte der Felder, Tiere. Doch es gab auch Zeiten der Not, wenn sich die Überschwemmung verzögerte oder die Wasserfluten sich im Übermaß über das Land ergossen. Da griff das abergläubische Volk zu Höherem: die Nilbraut, eine ausgesucht schöne Jungfrau, wurde geopfert, ihm angetraut zu eigen gegeben, bräutlich geschmückt.

Der Staatsmann aber und der Gelehrte begnügten sich nicht mit einfacher Hinnahme der alljährlichen Wiederkehr des Steigens des Flusses, nicht mit den Nachrichten, die aus der Ferne drangen, die von der ungeheuren Länge des Nils sprachen, von sagenhaften Riesen und Zwergen, die in den dichten Urwäldern seines Quellgebietes wohnen sollten, von Bergen mit weißen Gipfeln, leuchtend wie das Silberlicht des Mondes, die fern im Süden als seine Wiege galten. Sorglich wurden alle Nachrichten, die Kaufleute, von Kriegszügen heimgebrachte Sklaven berichteten, gesammelt, doch Lücken klafften, es war nichts Zusammenhängendes.

Schon in ältester Zeit finden wir Aufzeichnungen. In den Puranas berichten die alten Hindus vom Nil und dem „Mondgebirge".

Bereits ums Jahr 3000 v. Chr. unternahmen die Ägypter, angestachelt durch Nachrichten von Gold und Elfenbein, eine große Expedition nach dem sagenhaften Lande Punt, und diese scheint wirklich, nilaufwärts vordringend, in die Gegend der Nilquellen gekommen zu sein, denn sie brachte die erste wirkliche Nachricht von Zwergvölkern und Riesen, die im Innern des schwarzen Erdteiles wohnen sollten. Wie es aber früher oft der Fall war: man glaubte diesen Berichten nicht, jahrtausendelang, verlegte sie ins Reich der Fabel. Und doch stimmten sie. Heute wissen wir, daß gerade das Herz des gewaltigen Landes in den dichten Urwäldern die zwergenhaften, menschenscheuen und deshalb verschlagenen Pygmäen birgt, daß südwestlich des Viktoria-Sees die über zwei Meter langen Watussi ihre gewaltigen Viehherden hüten.

Ob diese ägyptischen Expeditionen auf dem Nil selbst vorgedrungen oder einen Weg auf dem trockenen Westufer genommen haben, ist fraglich, doch scheint fast das letztere der Fall zu sein, denn späteren Reisenden bereitete der Fluß, trotz seiner Schiffbarkeit bis weit hinauf — mit Ausnahme der Stellen, wo durch Felsstufen bedingte Katarakte sie unmöglich machen — gewaltige, unübersteigbare Hindernisse. Etwa in der Gegend der Einmündung des Gazellenflusses in den Weißen Nil liegt der Sudd, eine ungeheure, Hunderte von Kilometern breite, dicht verfilzte Masse von Schilf und Papyrus. Wie eine Mauer sperrt sie den Fluß ein: ,,Bis hierher und nicht weiter!" Nachmals
wurde oft der Versuch gemacht, diese Barre zu durchbrechen. Nero sandte eine mit allen Hilfsmitteln ausgerüstete große Flotte stromaufwärts, sie sollte durchaus das Hindernis überwinden, aber unverrichtetersache kehrte sie zurück. Das Rätsel, woher der Fluß kam, von den sagenhaften Mondbergen, großen Seen, von denen alte Berichte sprachen, blieb ungelöst. Interessant ist es, daß der
altägyptische Geograph Asamon schon von dem Zusammenhang des Nils mit einem See gewußt hat. Ptolomäus berichtet sogar, daß der Weiße Nil aus zwei Seen entspringe, die ihre Zuflüsse aus den Mondgebirgen bekämen.

Damit tritt die Frage auf: was sind die Mondberge? Hat man vielleicht an den Kilimandjaro gedacht, dessen ewig in Schnee und Eis verborgenes Haupt eine kuppelförmige, silberweiß schimmernde Rundung hat, so daß es, wenn er hohe Wolkenlagen überragt, den Anschein erweckt, als steige der Mond empor? Dann müßte den Berichterstattern allerdings ein gewaltiger geographischer Irrtum unterlaufen sein, denn dieses Bergmassiv liegt viel weiter östlich als das Ursprungsland des Nils, und seine Abwässer ergießen sich alle nach dem Indischen Ozean. — Doch davon später. Zahlreich müssen auch fernerhin die vergeblichen Entdeckungsversuche gewesen sein, denn die Römer hatten geradezu ein Sprichwort, für eine Sache, die unmöglich war: „Caput Nili quaerere", d. i. „Die Quelle des Nils
suchen".

Wohl berichteten Herodot, Diodor und Aristoteles alles mögliche und unmögliche von den Nilquellen, seinen Anwohnern und den Ursprungsbergen, aber meist handelte es sich nur um Vermutungen, die auf Nachrichten mehr oder weniger unglaubwürdiger Abenteurer beruhten.

Welche gewaltigen geschichtlichen Ereignisse haben sich an den Ufern des Weißen Flusses abgespielt!

Wie die Donau der Richtweg für die aus dem Osten gegen Europa vordringenden Türken wurde, wie von Norden über die Alpen kommend die Germanen die von diesen südwärts strömenden Flüsse entlang gegen die Poebene und weiter gegen Rom vordrangen, so zeichnete der gewaltige Strom in Afrika den von Arabien einbrechenden Scharen den Weg vor, dem entgegen ziehend die Eindringlinge nur weiterzuwandern brauchten, bis sie in Länder kamen, die ihnen das boten, was sie suchten.

Daher ist es nicht zu verwundern, daß wir in den Grenzländern seines Stromgebietes Völker von gar nicht ,,negerhaftem" Typ finden. Groß aufgeschossene Gestalten, mit schmalen Köpfen, nicht wulstigen Lippen, gebogener,schmaler Nase, zweifellos Semiten und Hamiten. Weithin sind die Völkerwanderungen gelangt, bis ins Herz Afrikas hinein. Hier haben sich ostwärts, um den Äquator, die Masai seßhaft gemacht, noch vor wenigen Jahren das gefürchtetste Volk des schwarzen Erdteiles, der Schreck ein aller Handelskarawanen, bis ihre Macht an deutscher Kraft zerschellte. In drei Heersäulen zogen sie einst, aus Nordwest-Arabien kommend, nilaufwärts, Weideland suchend für ihre Herden. Sie drangen bis in die Gegend der beiden hohen ostafrikanischen Berge, des Kenia und des riesigen Kilimandjaro, des Geisterberges, vor. Hier fanden sie, was sie brauchten: gewaltige, von Wild aller Art wimmelnde fruchtbare Steppen, die auch ihren Herden unermeßliche Nahrung gewährten. War die erste Masse schon in früheren Zeiten fast gänzlich zugrunde gegangen und fristet heute unter dem Namen Wandorobbo ein ärmliches Jägerdasein, so wurde aus der zweiten Heersäule das Ackerbau treibende Volk der Kikuju, schwach und wenig kriegerisch. Aber die eigentlichen Masai, die kräftigen männlichen Viehzüchter, erhielten sich lange stark und unabhängig, in Englischost, drangen immer weiter vor, furchtgebietend, wenig beliebt bei den nahewohnenden Farmern, denen sie
ihr Vieh stahlen. Und die englische Regierung unternahm nichts gegen sie; sie wartete, bis die Zeit kam.

Und sie kam! 1914 hoben die Engländer zwangsweise die freien Masai zum Kriegsdienst aus, wollten sie einreihen zum Kampf gegen die Deutschen. Das wollten die unabhängigen Söhne der Steppe nicht. Was gingen sie die Händel der Engländer an! Sie empörten sich. Hierauf hatten die Engländer aber nur gewartet. Mit Maschinengewehren wurden die nur mit Speeren bewaffnet heranstürmenden kühnen Krieger empfangen; Tausende und aber Tausende fielen den Dumdumgeschoßgarben zum Opfer, eine nur zu reichgedeckte Tafel für Hyänen und Geier! So wurde der Aufstand niedergeworfen, für alle Zeiten der letzte Rest der Macht der Masai vernichtet; nun kann Albion zufrieden lächeln, „im ehrlichen Kampf" hat es die „Rebellen" besiegt. Ja, ja, Freund Ruil weiß seine Zeit abzuwarten. Doch zurück zum Nil. Mit Sicherheit sind auch viele andere Völker diesen Strom entlang ins Herz Afrikas vorgedrungen. Woher stammten sonst die Watussi, Waganda, Wakilim, mit ihren vornehmen Gesichtern, der hellen Hautfarbe? Sie haben sich bis heute erhalten, als Herren.

Aber über die gewaltigen Kulturvölker des unteren Stromgebietes schritt die Weltgeschichte mit ehernem Tritt, zermalmte, zerfleischte, verwandelte unermeßliche Pracht in Schutt und Asche, zerstörte, was unwiederbringlich, vernichtete höchstentwickelte Kultur, und der Zukunft muß es vorbehalten bleiben, in diesen Ländern alles wieder neu erstehen zu lassen zu Reichtum und Wohlstand wie vor Jahrtausenden. So sank die Herrlichkeit der ägyptischen Königreiche in Staub, Bibliotheken, Sammelstätten des Wissens, gingen in Flammen auf. Roms Macht kam und ging. Die Araber brachen in das Land, unterwarfen es mit Feuer und Schwert dem Islam, drangen weithin vor durch die Wüste, an der Nordküste Afrikas entlang, bis nach Spanien und Frankreich. Aber auch nach Süden fanden die Heerscharen der Sendboten des Propheten ihren Weg. Aus den Ländern, aus denen schon die alten Ägypter ihre wundervoll gewachsenen Nubiersklavinnen geholt hatten, brachten auch arabische Menschenjäger späterer Jahrhunderte bis in die Neuzeit hinein ihre reiche Beute. Jahrhunderte entsetzlicher Grausamkeit, der unerhörtesten Schandtaten folgten. Alljährlich gingen mit Nordwind die Sklavenjagdflotten der Araber, der ,,Türken", wie man sie droben im Lande nannte, hinauf, fielen über die unglücklichen, schlecht bewaffneten Eingeborenen her, erschlugen die Männer, die Widerstand leisteten, raubten junge Mädchen, Frauen und Knaben und schleppten sie nach Khartum. Hunderttausende der Unglücklichen gingen auf den entsetzlichen Transporten zugrunde. Kein Wunder, wenn man bedenkt, daß sie, schlecht ernährt, durch unendliche, wasserlose Wüsten marschieren oder auf schmalen Schiffen, dichtgedrängt, ohne Bewegungsmöglichkeit, Wind und Wetter ausgesetzt, monatelang hocken mußten. So wurden weite Landstriche entvölkert, in denen zuvor glückliche Menschen gelebt hatten.

Wohl durchzogen diese Sklavenjäger das Land, kannten es fast bis zum Äquator, aber die Wissenschaft hatte von diesen Reisen kaum einen Vorteil, denn ihre Berichte lauteten immer widersprechender, da diese Männer naturgemäß gar kein Interesse daran hatten, den Schleier, der über ihrem ,,Jagdgebiet" und den anschließenden Ländern lag, zu lüften. So blieb die Gegend des Ursprunggebietes des
Weißen Flusses in Dunkel gehüllt.

Leichter war es, die Quellen des Blauen Nils festzustellen. Wem die Ehre dieser Entdeckung zufällt, ist schwer festzustellen. Wohl hält sich der Engländer James Bruce für den ersten, der erkundete, daß der Bahr el Azrak aus dem Tsanasee in Abessinien entspringt, doch war dies eigentlich nichts Neues, denn bereits auf alten portugiesischen Karten finden wir diesen als Quellsee verzeichnet, vermutlich nach Aussagen von Eingeborenen.

Nachdem jahrhundertelang die Erforschung der Quellen des Bahr el Abiad, wie der Weiße Nil arabisch heißt, geruht hatte, griffen gegen Ende des 18. Jahrhunderts die Engländer diese Arbeit wieder auf. Sie hatten inzwischen ein Auge auf Südafrika geworfen, in Indien ihren Kolonialbesitz bedeutend erweitert. Nun lockten sie die unerforschten Länder am Oberlauf des Sagenreichen Flusses, und aus diesem Grunde tat sich eine Gesellschaft zusammen „zur Erforschung der innerafrikanischen Länder".

Hierdurch wurde die Forschungstätigkeit wieder lebhafter. Deutsche, Franzosen, Holländer beteiligten sich. Aber allen, die von Ägypten aus vordrangen, gebot der Sudd ein unüberwindliches Hindernis. Und noch ein anderer Umstand trat erschwerend hinzu: der Wind. Die Schiffahrt auf diesem gewaltigen Fluß ist naturgemäß zum Teil durch ihn bedingt. Dieser hat nun leider die unangenehme Eigenschaft, daß er gerade in den Monaten des niederen Wasserstandes nilauf, also nach Süden, in denen der Nilschwelle stromab, d. h. nach Norden weht. Umgekehrt würde er es den Forschern natürlich leichter gemacht haben, denn es ist ein recht schweres, fast unmögliches Unterfangen, mit den schweren, breiten Nilbooten gegen Wind und Strömung anrudern zu wollen. Dazu kommt, daß selbstverständlich ein Vordringen durch den Sudd bei flachem Wasser noch schwieriger ist als bei hohem.

Alle diese Behinderungen der Erforschung wurden noch ganz bedeutend vergrößert durch das geradezu mörderische Klima. Wer nicht im Sudd gewesen ist, macht sich. Keine Vorstellung, welche unglaublichen Mengen von Moskiten es dort gibt. Gewaltigen Wolken gleich erheben sie sich, um blutdürstig über jedes Lebewesen herzufallen, das sich in ihr Reich wagt. Hierin liegt wohl auch der Grund, daß gerade in dieser Papyrus- und Schilfwildnis die Tierwelt außerordentlich schwach vertreten ist. Außer Flußpferden, deren dicke Haut sie vor den lästigen Stichen schützt, und Krokodilen, die wie die vorgenannten Tiere sich ja fast ständig im Wasser aufhalten, trifft das Auge
des Forschers höchstens einmal einen Vogel. Antilopen, die sich sonst in den verfilzten Dickungen sehr gut halten könnten, bekommt man fast nie zu sehen.

Aber nicht nur lästig ist der Stich der kleinen, ewig summenden Plagegeister, sondern höchst gefährlich, denn er überträgt die tückische Malaria, jene Geißel der Tropen. Dazu haben die dortigen Moskiten noch eine recht unangenehme Angewohnheit: sie benehmen sich nicht wie ihre sonstigen tropischen Brüder und schwärmen nur bei Dämmerung und Dunkelheit, wodurch der Reisende wenigstens bei Tage seine Ruhe hat, sondern hier im Sudd und den anliegenden Ländern fliegen sie wie die Mücken bei uns, auch bei Tage. Man kann sich daraus einen Begriff machen, welche Freude es ist, wochenlang sich inmitten der Plagegeister aufzuhalten. Rechnet man hinzu, welche erstickende Moderluft in diesem Gewirr von verfaulenden Schilf- und Papyrushalmen unter dem zentralafrikanischen Gluthimmel herrscht, wo kein Lufthauch durch die drei bis vier Meter hohe Halmwildnis dringt, so ist es verständlich, daß manche Expedition nach wochenlangen vergeblichen Bemühungen, den Sudd zu durchbrechen, beschämt umkehrte.

Und doch gibt es Völker, welche die Ufer um den Sudd herum bewohnen. Es ist erstaunlich, wie sie das ertragen. Dabei gehen sie in vollkommen adamitischem Gewand, wenn man nicht einen Tierschwanz, den sich die Frauen anbinden, als Kleidungsstück ansehen will. Erstaunt betrachtet der Reisende, der zum erstenmal jene Gegenden betritt, die riesigen Gestalten: sie sind schlohweiß! Aber nicht etwa von Hautfarbe, sondern von Asche. Um es überhaupt aushalten, vor allen Dingen schlafen zu können, legen sich diese Menschen in Tierdüngerasche. Ganze Berge davon sieht man in diesem Lande der Dinkas. In ihnen ruht die Familie, nur das Gesicht sieht heraus. Offenbar gewährt die dem Körper anhaftende Aschendecke auch bei Tage einen gewissen Schutz, denn die Menschen laufen immer so weiß herum; vielleicht ist es auch Bequemlichkeit, daß sie sich nicht säubern, und sie sind wasserscheu.

Eine weitere, wenig angenehme Zugabe dieser Gegenden ist die Ruhr, Dysenterie, die ganz fabelhaft verbreitet ist und die fast jeden Reisenden, der gezwungen ist, monatelang sich am Mittellauf des Bahr el Djebel aufzuhalten, befällt und schwächt.

Selbstverständlich stellten sich die Eingeborenen den in ihr Land vordringenden Weißen auch nicht immer freundschaftlich gegenüber. Sie konnten ja nicht begreifen, daß ein Mensch weither reist, nur um nachzusehen, woher ein Fluß kommt. Für sie gab es nur eine Triebkraft für Arbeitsleistungen, das war der Vorteil, und auf diesen sind diese Wilden ganz besonders bedacht. Alles, was der Fremde hat, wollen sie geschenkt bekommen, nie sind sie zufrieden. Dankbarkeit kennen sie nicht, wie ich ja überhaupt glaube, daß Dankbarkeit beim Menschen nur ein Erziehungsprodukt ist. Bei Tieren finden wir sie ja, wenigstens sprechen wir manche ihrer Äußerungen als Dankbarkeit an, aber gerade das Tier, das entwicklungsgeschichtlich dem Menschen am nächsten steht, der Affe, kennt sie nicht, auch nicht im entferntesten. Gibt man ihm einen Leckerbissen, so nimmt er ihn nicht ruhig, sondern ergreift ihn blitzschnell, hastig, reißt ihn an sich und zeigt uns die Zähne. Und das tun nicht nur Käfigaffen, die immer in Sorge sind, daß der liebe Nächste ihnen den schönen Apfel wegnimmt, sondern auch alleingehaltene, oft noch nach jahrelanger bester Behandlung. Er ist und bleibt das Zerrbild des Menschen, und ihm in
manchem sehr ähnlich.

Immer und immer wieder rannten die Reisenden, ungeachtet aller gesundheitlichen Gefahren, Sturm gegen die grüne Wildnis des Sudd. Manche, so Ibrahim Kaschef und Kurschid-Bei, versuchten ihn zu umgehen, indem sie über Land zogen, aber hier versperrte ihnen das streitbare Volk der Dinkas den Weg. Doch es war, als wenn ein unsichtbarer Magnet auf die Menschheit wirkte. Gingen noch so viele Forscher in dem mörderischen Klima zugrunde oder kehrten gebrochen an Leib und Seele heim, immer wieder folgten neue, einmal mußte das Wagnis ja gelingen. Teils waren es Abenteurer wie der Hufschmied Heimbürger und der Italiener Carlo Piaggi, welch letzterer behauptete, große Seen entdeckt zu haben. Dann lockten wieder Nachrichten von Goldschätzen, und um diese zu heben, schickte
der Kalif Mehemed Ali mehrere Expeditionen, die bis zum 4. Breitengrad vordrangen, also etwa in die Gegend des heutigen Nimule. In jenen Zeiten hat man wohl angefangen, Bresche in den Sudd zu legen, in ständiger Arbeit einen Weg durch die Schilfdickichte zu schneiden. Erst wohl nur ganz schmal, um Raum für ein Boot zu schaffen, dann breiter und breiter. Aber unaufhörlich wuchsen aus dem unter dem Wasser befindlichen Wurzelgeflecht von neuem die Papyrusmassen nach; da hieß es ständig arbeiten, damit bei der Ungeheuern Fruchtbarkeit der frischgebahnte Weg sich nicht wieder verfilzte. Damals erreichten die österreichischen Missionare Gondokoro. An deutschen Reisenden sind besonders Heuglin und Schweinfurth hervorzuheben, denen es aber weniger auf die Feststellung der Herkunft des Flusses, als vielmehr auf die Erforschung seiner Stromgebiete in geographischer und naturwissenschaftlicher Hinsicht ankam.

Als eine merkwürdige Erscheinung in der Forschungsgeschichte müssen die Holländerinnen Frau van Capellan und ihre Tochter Fräulein Tinne 1858—1869 angesehen werden. Mit Zofen und Dienern, ausgerüstet mit allem europäischen Luxus, wagten sie sich in diese unerforschten, gefährlichen Länder. Ein zäher, ausdauernder Forschertrieb scheint besonders in Fräulein Tinne gesteckt zu haben. Mit siebzehn Jahren begleitete sie ihre Mutter zum erstenmal nach Ägypten. Diese Reise wiederholte sie im nächsten Jahr, und bald folgte eine weitere, den Nil hinauf, bis nach Gondokoro. Was das für Damen bedeutete, namentlich in jenen Zeiten, kann nur der ganz verstehen, der in die Geschichte jener Gegenden eingeweiht ist und der die Beschaffenheit von Fluß und Land kennt. Raub, Mord, Heereszüge der entmenschten Sklavenjäger, des Abschaums der Menschheit, waren damals an der Tagesordnung. Ein Schiff dieser Schurken folgte dem andern. Dementsprechend war auch die ganze Besatzung aller übrigen von Khartum aus abgehenden Fahrzeuge. Daß die anwohnenden Negerstämme allen Ankömmlingen, von denen sie jahraus, jahrein ausgeplündert wurden, feindlich gesinnt waren, ist selbstverständlich, und ebenso auch, daß diese Feindschaft sich auch auf die reisenden Europäer übertrug. Hierzu kam, daß die Sklavenjäger naturgemäß sich durch die Forscher in ihrer Tätigkeit beeinträchtigt sahen.

Wußten sie doch nur zu gut, daß man in Europa mit ihrem Treiben gar nicht einverstanden war, daß die Großmächte schon wiederholt bei der ägyptischen Regierung wegen dieses schmählichen Treibens vorstellig geworden waren. So galt ihnen jeder Reisende als Feind, der nur den Nil befuhr, um ihre Verbrechen auszuspionieren oder aber die Ursprungsländer, aus denen sie ihre gewaltigen Elfenbeinschätze bezogen, herauszubekommen. Mit aller Macht versuchten sie daher, den Fremden Schwierigkeiten zu bereiten, ihre Leute gegen sie aufzustacheln oder wenigstens zum Ungehorsam zu verleiten. Dadurch entstanden den weißen Reisenden natürlich gewaltige Behinderungen, und wer die Langsamkeit kennt, mit der an sich schon im Sudan sich alle Geschäfte abwickeln, kann ermessen, welcher oft unwiederbringliche Zeitverlust hierdurch eintrat. Die Eingeborenen haben ja immer Zeit, ihnen gilt sie nichts. Wohl aber dem Forscher, er muß sehr damit rechnen, ihm kann es nicht gleichgültig sein, ob Regen- oder Trockenzeit, der Strom flach ist oder Hochwasser führt, monatelang der Wind aus Süd oder Nord bläst, beruht doch das Gelingen dieser Reisen in ferne Länder oft geradezu auf dem richtigen Ausnutzen der Jahreszeit. Wer z. B. den Weißen Nil mit einem Segelschiff befahren will, muß hierzu Nordwind haben. Dieser weht aber nur etwa von Mitte Dezember ab auf einige Wochen. Nutzt der Forscher diesen nicht aus, so wird es ihm nie gelingen, den oberen Nil zu erreichen. Das wußten die Gegner solcher Expeditionen natürlich ganz genau und richteten ihr Verhalten danach. Oft mußten die Europäer monatelang in Khartum, einer der verrufensten Städte der damaligen Zeit, liegen, weil sie keine .Fahrzeuge, Matrosen oder Diener bekamen, natürlich auf Veranlassung der arabischen Sklavenhändler.

Um so erstaunlicher ist es, daß Damen den Mut hatten, solche völlig unerforschten und ungesunden Länder zu bereisen. Und sie ließen sich nicht etwa nach dem ersten mißglückten Vorstoß zum Herzen Afrikas abschrecken, sondern unternahmen bereits im folgenden Jahr in Gesellschaft der deutschen Forscher Heuglin und Steudner eine große Reise nach dem Bahr el Ghazal, jenem gewaltigen westlichen Zufluß des Nils. Hier hatten sie ganz außerordentlich unter dem Klima und Widerstand ihrer Leute sowie unter Nahrungsmangel zu leiden. Infolgedessen starben fast alle Europäer dieser Expedition, nur Heuglin und Fräulein Tinne erreichten wieder Khartum.

Aber ihr Forschermut war noch nicht gebrochen. In diesem schönen, jungen Kopf reiften neue Pläne, deren Durchführung sie in die Reihe der ersten und erfolgreichsten Forschungsreisenden aller Zeiten gestellt hätte, wenn sie durchgeführt worden wären.

War es bisher der Fluß gewesen, den sie als Weg benutzte, um ins Innere der Länder vorzudringen, so wählte sie diesmal das Gegenteil, die Wüste. Von Tripolis aufbrechend, wollte sie südwärts ziehen, hin nach dem durch Nachtigals Reisen näher bekanntgewordenen Tsad-See, um dann über Bornu weiter das Stromgebiet des Gazellenflusses zu kreuzen und auf diesem ungewöhnlichen Wege den obern Nil zu erreichen. Wer weiß, ob sie nicht zum Ziel gelangt wäre, wenn sie nicht auch auf dieser Expedition sich mit dem Luxus umgeben hätte, über den schon Heuglin klagte. Hierdurch weckte sie die Habsucht der Tuaregs. Sie soll von ihren eigenen Dienern auf dem Wege von Murszuk nach dem Ghat ermordet worden sein.

Nach einer mir kürzlich durch einen von einer Wüstenexpedition zurückkehrenden Freund gebrachten Nachricht soll Fräulein Tinne als Frau irgendeines innerafrikanischen Fürsten noch lange gelebt haben. Diese Mitteilung war ihm von Wüstenarabern gemacht worden. Mir erscheint das etwas unglaubhaft, denn der energischen Frau wäre es doch sicher gelungen, einmal ein Lebenszeichen von sich zu geben. Die einzige Möglichkeit bestände, daß sie nicht als Gefangene, sondern freiwillig dort geblieben wäre, aber so abenteuerlich dürfte sie wohl doch nicht gewesen sein. Jedenfalls ist sie eine besondere Erscheinung gewesen, eine der wenigen Frauen, die gewaltige Forschungsreisen unternommen haben.

Die unzähligen, seit Jahrtausenden gemachten Versuche schienen zu beweisen, daß ein Erreichen der Nilquellen von Norden aussichtslos war. Deshalb faßte der geniale englische Reisende John Hanning Speke den Entschluß, es von Osten zu wagen.

Von Bagamojo in Ostafrika, dem Ausgangspunkt so vieler Karawanen nach Innerafrika, brach er auf, marschierte durch das spätere Deutsch-Ostafrika; und es gelang ihm, den Ukerewe-See, den heutigen Viktoria-Nyansa, zu entdecken. Damit war die uralte Nachricht vom Vorhandensein mindestens eines ungeheuer großen zentralafrikanischen Sees bestätigt. Doch nicht genug: Speke hatte auch das Glück, den hauptsächlichsten westlichen Zufluß des Sees, den Kagera, zu finden, und vermutete ganz richtig in ihm, ohne es mit Sicherheit nachweisen zu können, den eigentlichen Quellfluß des Nils, denn er und nicht der See sind ja naturgemäß als Quelle des Riesenstromes anzusehen. Durch das Land Karagwe weiterziehend, erreichte Speke abermals den See, wanderte an seinem Nordufer entlang, bis zu der Stelle, wo der Nil den Viktoria-Nyansa verläßt. Nun verfolgte er seinen Lauf nordwärts. Unterwegs hörte er von dem Vorhandensein
eines zweiten großen Sees, doch waren er, sein Begleiter Granth und seine Leute zu erschöpft, um noch weiter zu forschen. So wollte es das Schicksal, daß er wenige Tagereisen an diesem zweiten gewaltigen Wasserbecken vorüberzog, nordwärts in fast gerader Richtung weiter. Bei dem heutigen Nimule kam er wieder an den Fluß, auf dessen Ostufer marschierend er Gondokoro erreichte, jenen Ort, wo zehn Jahre lang eine österreichische Missionsstation bestanden hatte, die aber wegen des geradezu mörderischen Klimas aufgelöst wurde, denn ein Pater nach dem ändern wurde dahingerafft.

Hier in Gondokoro trafen die Reisenden den englischen Forscher Baker, der gleichfalls auf dem Wege war, die Nilquellen zu suchen, und man muß sagen, daß dieser Mann ganz unverdientes Mißgeschick hatte, daß ihm sein Landsmann so unerwartet zuvorkam. Denn was jahrtausendelang versucht, aber nicht erreicht war, das hatte er in eiserner Zähigkeit vollbracht: es war ihm gelungen, vom Norden her, den Nil entlang, vorzudringen, es war nur noch eine Frage von Zeit, wann er die Quellen fand, denn er mußte sie finden. Und nun war er in dem edlen wissenschaftlichen Wettstreit um ein kleines geschlagen. Man kann ihm wohl nachempfinden, welche Gefühle ihn bei der Nachricht, dem Bericht Spekes, durchzuckt haben. Auf der Stelle wollte er umkehren, sicher innerlich niedergebrochen. Doch da half ihm Speke in edler Uneigennützigkeit über die wohl schwersten Stunden seines Lebens. Er teilte ihm die Nachricht von dem Vorhandensein des noch unerforschten zweiten Sees mit. Ja mehr als das, er diktierte ihm ganz ausführlich, wohin er zu ziehen, welche Führer, welche Vorräte er mitzunehmen habe, gab ihm genaueste Auskünfte über Land und Leute, Gefahren u. a. m. Wahrlich, das war eine edle Tat, würdig eines
so großen Forschers. Und aus jeder Zeile in Bakers Werken kann man auch ersehen, wie dankbar er Speke war, wie sich seine Stimmung aufhellte. Nun waren doch alle seine Arbeit, Mühe und Kosten nicht umsonst gewesen, nun konnte auch er dazu beitragen, ein weiteres Stück des Schleiers, der auf Zentralafrika lag, zu lüften.

Und er tat es, unterstützt von seiner mutigen Frau, die trotz ihrer großen Jugend ihren Mann überallhin begleitete, jahrelang, ohne einmal nach Europa zurückzukehren, mit ihm die unbekanntesten Länder Afrikas durchforschte, ihm eine Hilfe war in jeder Beziehung, ja ich
möchte glauben, durch ihre Gegenwart diesem zwar an sich schon unbeugsamen energischen Mann erst die Möglichkeit gab, das zu erreichen, was Tausende vor ihm versucht, aber nicht durchgesetzt hatten. Viel zu wenig wird dieser tapferen Frau gedacht, deshalb will ich es hier tun. Während Speke nun nordwärts zog und von Khartum aus an die Royal Geographical Society das berühmte Telegramm: ,,The Nile is settled" senden konnte, erforschte Baker den zweiten großen Quellsee des Nils, den Albert-Nyansa.

Mit den Erfolgen dieser Männer schienen sich die Reisenden zufrieden zu geben, und lange kümmerte sich niemand mehr um die Nilquellen. Da tauchte die Frage auf, ob Speke sich im Quellfluß nicht geirrt habe, denn zwischen dem Viktoria- und dem mittlerweile entdeckten benachbarten Kivusee befand sich ein ganzes Stromgebiet. Stanley hatte die Absicht, hier Klarheit zu schaffen, erreichte aber sein Ziel nicht.

Wohl dadurch abgeschreckt, daß dieser gewandte Reisende die Frage ungelöst gelassen hatte, beschäftigten sich in den nächsten Jahren keine Reisenden damit, bis der Deutsche Oskar Baumann sie wieder aufgriff. Er stieß auf den Ruwuwu, einen Nebenfluß des Kagera, verfolgte ihn fast bis zu seinem Ursprung und glaubte damit nun endgültig das Ziel erreicht zu haben. Besonders interessant ist es, daß die Höhenzüge, von denen der Ruwuwu sein Wasser empfing, den Namen führten: Missosi ja Mwesi, d. h. Mondgebirge. Demnach schien alles, was die ältesten Nachrichten überliefert hatten, bestätigt zu sein: daß die Quellen des Nils in den Mondbergen lägen und er zwei
große Seen durchfließe.

Aber wieder war es ein Deutscher, der die Nachprüfung vornahm: Dr. Kandt, der spätere, außerordentlich tüchtige Resident von Ruanda (auch er ist leider ein Opfer des Weltkrieges geworden). Er verfolgte mit beispielloser Zähigkeit den Kagera sowie fast alle seine Nebenflüsse bis zu ihrem Ursprung, nachdem er festgestellt hatte, daß der Kagera und nicht der in ihn mündende Ruwuwu der größte
der Zuflüsse des Viktoria-Sees sei. So fand er denn als Quelle den Rukarara und löste damit einwandfrei die heißumstrittene Frage.

Ein merkwürdiges Spiel der Natur ist es, daß der kleine Fluß Kalundura, der zunächst vom Rukarara, von diesem nur wenige Meilen entfernt, entspringt, seine Wasser in den Kivusee ergießt, dessen Abwässer den Tanganjika erreichen, aus dem wieder der gewaltige Kongo im Lukuga einen seiner stärksten Zuflüsse erhält. So liegen Teile der Quellgebiete dieser zwei größten Ströme des Kontinents,
deren einer sich in den Atlantischen Ozean, der andere in das Mittelländische Meer ergießt, nur wenige Meilen voneinander entfernt.

Wie die meisten großen Flüsse ferner Gegenden, so hat natürlich auch der Nil seine verschiedenen Namen. Es sollen hier nur die hauptsächlichsten genannt, die örtlichen Bezeichnungen aber weggelassen werden.

Wie gesagt, heißt er im Quellgebiet Rukarara, dann Nyavarongo und bis zum „See", wie ihn die Eingeborenen kurz nennen (Nyansasee), Kagera. Den Viktoria-See verläßt er als Kira oder Kivira, um nach kurzem Lauf diesen Namen, nach Durchströmen des Chogasees, in Viktoria- Nil umzuändern. Bis zum Albert-See führt er diesen Namen, dann kommen arabische Bezeichnungen Bahr ei Djebel, der Bergstrom, der sich im Sudd zu verlieren scheint, diese ungeheure Sumpf- und Schilfwildnis aber nach Einmündung des Gazellenflusses verläßt und nun langsam weiterströmt als Bahr el Abiad, als Weißer Nil. Bei Khartum vereinigt er sich mit dem aus Abessinien kommenden Bahr ei Azrak, dem Blauen Nil, und von nun an heißt der Strom geographisch Nil. Dies ist eine den Eingeborenen fremde Bezeichnung, denn bei den Ägyptern heißt er „el Bahr" das „Meer", während „Nil" in Wirklichkeit die Überschwemmungen des Stromes bezeichnen.

Welche gewaltigen Wassermengen der Strom in seinem Oberlauf erhalt, ersieht man daraus, daß er auf der 3 000 Kilometer langen Strecke von Khartum bis zur Mündung nur einen einzigen Nebenfluß, den Atbara, aufnimmt. Dabei darf man nicht vergessen, daß der Nil doch hier fast ständig zwischen Wüsten hinströmt, die bis hart an seine Ufer treten und demnach die Verdunstung doch eine riesige sein muß. Es ist aber, als schmälere diese ihn nicht; breit, majestätisch gleitet er langsam an all den unzähligen Stätten der Geschichte vorüber, läßt die gewaltigen Pyramiden, Kairo mit seiner hochragenden Burg hinter sich, und dann teilt er sich zum fruchtbaren Nildelta. Im Altertum in sieben Arme gespalten, die auf unzähligen alten Bildwerken versinnbildlicht sind, hat es heute nur noch deren zwei, von denen der von Damiette, weil höher gelegen, für die Bewässerung von größerer Bedeutung ist als der etwa i Meter tiefer fließende, aber wasserreichere von Rosette.

Hier ist das Dorado der Vogelwelt. In ungeheuren Massen finden sie sich zusammen, hier landen die unzähligen Zugvögel, um die Reise anzutreten, nilaufwärts in das Land ihrer Sehnsucht — vielleicht ihre ursprüngliche Heimat. Hier sammeln sie sich wieder, ehe sie im Frühjahr den Flug über das Mittelländische Meer wagen, zurück zu den Stätten der Jugend, des Brütens, in die Länder, wo man ihnen Schutz gewährt, wo noch Herzen schlagen für die Tierwelt, Menschen wohnen, die den Schöpfer im Geschöpfe ehren.

Quelle: Der heilige Nil, Dr. A. Berger, Wegweiser Verlag 1924, von Björn copyright jadu 2001

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